Marktkommentar-Archiv

In unserem Archiv finden Sie chronologisch geordnet alle bisher erschienenen Marktkommentare von Claus Vogt. Wir wünschen Ihnen eine unterhaltsame und gewinnbringende Lektüre.

Die Party in Deutschland ist vorüber

Ein Abschwung zeichnet sich ab

Liebe Leser,

der Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe Deutschlands ist im April 2018 um 2,5% gegenüber dem Vormonat zurückgegangen, teilte das Statistische Bundesamt am 7. Juni mit. Das war bereits der vierte Rückgang in Folge. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass in Deutschland ein Abschwung begonnen hat.

Deshalb möchte ich Ihnen eine Meldung des ifo-Instituts vom 24. November 2017 in Erinnerung rufen. Sie lautet: „Die Stimmung in den deutschen Chefetagen ist hervorragend. Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg im November auf einen neuen Rekordwert von 117,5 Punkten. (…) Dies war auf deutlich optimistischere Erwartungen der Unternehmen zurückzuführen.“

„Das ist keine gute Nachricht für den DAX“, schrieb ich damals. Und in meinem Börsenbrief Krisensicher Investieren erläuterte ich Ihnen den Zusammenhang zwischen dem DAX, der Konjunktur und dem ifo-Geschäftsklimaindex folgendermaßen: „Hohe Werte des Geschäftsklimaindex sind ein deutliches Warnsignal für die Börse und die Konjunktur.“

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Löst Italien die nächste große Krise aus?

Unsoziale Umverteilung durch die EZB

Liebe Leser,

die Europäische Zentralbank hält mit ihrer Euroverteidigung um jeden Preis einen gigantischen Umverteilungsprozess in Gang. Unter der Überschrift „Skandalöse geldpolitische Umverteilung und ihre Folgen“ habe ich diesen Prozess in meinem Börsenbrief Krisensicher Investieren ausgiebig analysiert. In Kombination mit meiner Themenschwerpunkt-Ausgabe „Quo vadis Europäische Union – Freiheit oder Knechtschaft?“ wird hier alles gesagt, was Sie zur EU und zum Euro wirklich wissen müssen, auch um die Vorgänge in Italien besser einordnen zu können.

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Ölpreisanstieg erzeugt Margendruck und Stagflation

Die 1970er Jahre lassen grüßen

Liebe Leser,

Ölpreisschock, Inflationsschub, schwache Konjunktur: Diese Begriffe kennen Sie vielleicht noch aus den 1970er Jahren. Grund für den hohen Ölpreis war damals die Drosselung der Ölproduktion mehrerer OPEC-Staaten um 25 Prozent während des Jom-Kippur-Krieges, um den Verbündeten Israels zu schaden. Erinnern Sie sich auch noch an die Sonntags-Fahrverbote im November 1973, als man Sparziergänge auf Autobahnen machen konnte?

Der Wirtschaftsmotor Deutschlands stotterte heftig, während die Preise stiegen. Für diese Kombination aus schwacher Wirtschaft und hoher Geldentwertung, die es - nebenbei bemerkt - laut keynesianischem Lehrbuch gar nicht hätte geben können, wurde aus einer Zusammensetzung der Wörter „Stagnation“ und „Inflation" der Begriff „Stagflation“ geprägt.

Die 1970er Jahre waren das Jahrzehnt der Stagflation. An den Finanzmärkten waren sie geprägt von stark steigenden Rohstoff- und Edelmetallpreisen sowie fallenden Aktien- und Anleihenkursen. Interessantwerweise bezeichnete man damals in den USA Staatsanleihen als Enteignungspapiere, weil die Geldentwertung deutlich höher war als die Zinsen und die Anleihenkurse einbrachen. 
 

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Unbedeutende Goldpreiskorrektur führt zu starken Reaktionen

Verlieren Sie das große Bild nicht aus den Augen

Liebe Leser,

„Der Abstieg des Goldes“ lautete die an den Fußballverein HSV erinnernde Schlagzeile des Finanzteils einer großen deutschen Tageszeitung am 17. Mai 2018. Das sind starke Worte, die allerdings mehr über die Stimmung rund um die Edelmetallmärkte aussagen, als über die Entwicklung des Goldpreises.

Um die Bedeutung dieser Schlagzeile richtig einordnen zu können, müssen Sie sie im Kontext der Entwicklung des Goldpreises sehen: Wie Ihnen der folgende Chart zeigt, ist der Goldpreis in $ seit seinem Tief im Dezember 2015 deutlich gestiegen. Und seit Anfang des Jahres 2018 hat er sich in einer ungewöhnlich engen Spanne bewegt. Deren Obergrenze verläuft bei rund 1.360 $. Von dieser Jahreshöchstmarke aus gerechnet, ist der Goldpreis jetzt rund 5% zurückgekommen, und in Euro gerechnet sogar nur 1,7%.

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