Marktkommentar-Archiv

In unserem Archiv finden Sie chronologisch geordnet alle bisher erschienenen Marktkommentare von Claus Vogt. Wir wünschen Ihnen eine unterhaltsame und gewinnbringende Lektüre.

Weltweit schwache Wirtschaftsdaten und Frühindikatoren

In den vergangenen Tagen und Wochen wurden nahezu weltweit schwache Wirtschaftsdaten veröffentlicht. Sowohl die Unternehmensgewinne als auch die gesamtwirtschaftlichen Kennzahlen enttäuschten auf breiter Front. Jüngstes Beispiel: die Einkaufsmanagerindizes für China, Europa und die USA. Diese wichtigen ökonomischen Frühindikatoren signalisieren für Europa nicht nur eine Fortsetzung der Rezession, sondern ihr Übergreifen auf die bisher weitgehend verschont gebliebene deutsche Wirtschaft.

Für China und die USA deuten die Indikatoren auf einen Abschwung hin, haben aber noch kein Rezessionsniveau erreicht. Ihr deutlicher Rückgang spricht allerdings klar gegen die aktuelle Mehrheitsmeinung, die für beide Länder einen Aufschwung im zweiten Halbjahr erwartet. Wie schon in den vergangenen beiden Jahren, wird sich diese Erwartung wohl wieder nicht erfüllen.

Allzeithoch des Dow trotz schwacher Wirtschaftsdaten

Der bekannteste Aktienindex der Welt, der Dow Jones Industrial Average, ist seit Jahresanfang in der Spitze um stattliche 15% gestiegen. Dabei hat er sogar ein neues Allzeithoch erreicht, hat also seinen bisherigen Höchstkurs überschritten, der seit Oktober 2007 Bestand hatte.

Auch dem sehr viel breiter gefassten S&P 500 Index gelang es, in den Bereich seiner historischen Höchststände vorzudringen. Auch er markierte sein altes Allzeithoch im Oktober 2007, konkret am 11. Oktober bei einem Stand von 1.576,09 Punkten. Am 11. April 2013 verbesserte der Index diesen Rekord um 1,3% und stieg in der Spitze auf 1.597,35 Punkte.

Während sich diese beiden wichtigen US-Indizes also nach fünfeinhalb Jahren wieder im Bereich ihrer Allzeithochs bewegen, zeigen die US-Sentimentindikatoren ein Höchstmaß an Sorglosigkeit und Euphorie – obwohl ein Vergleich der aktuellen makroökonomischen Kennzahlen mit denen des Jahres 2007 ein ziemlich enttäuschendes Ergebnis liefert.

 6 Gründe, die trotz aller Unkenrufe für die Fortsetzung der langfristigen Gold-Hausse sprechen

Autor: Roland Leuschel

Unser größter Dichter und Denker, Johann Wolfgang von Goethe, hat es bereits in seinem Faust auf den Punkt gebracht, als er den Schüler Wagner sagen lässt: “Mir wird von alledem so dumm, als ging mir ein Mühlrad im Kopf herum.”

Vergangenen Montag schreckte mich folgende Titelstory in “Die Welt” auf.

“Für Soros ist Gold keine sichere Anlage mehr.”

Seltsam, dachte ich, wieso kümmert ausgerechnet die Investment-Legende Soros der Goldpreis. Denn bereits 2011 hatte Soros den Goldpreis als “ultimative Blase” bezeichnet und sein Geld konsequenterweise aus dem Edelmetall abgezogen - wahrscheinlich bevor er das öffentliche Statement abgab?

Das war im Jahr 2011. Der Goldpreis schwankte damals in der Zone zwischen 1.400 bis 1.500 Dollar pro Feinunze.  Somit hatte Soros allen Goldanlegern die Freude gemacht, ihnen sein Gold zu verkaufen und nicht abzuwarten, bis es ein Jahr später über 1.900 Dollar die Feinunze gestiegen war.

Hatte „Die Welt“ Soros‘ Aussage falsch verstanden?

Anscheinend nicht, denn die von Goldanlegern stark frequentierte Internet-Seite “goldseiten.de” titelte ebenfalls: “George Soros: Gold ist kein sicherer Hafen mehr”. Auch der Gold-Experte Thorsten Proettel stellte auf “goldseiten.de” fest: “Gold im Februar stark unter Druck”. Er machte vor allen Dingen den Verkauf von Gold-ETFs (SPDR Gold Shares, der Marktführer im US-amerikanischen Markt) dafür verantwortlich. Immerhin wurden von diesem Trust 140 Tonnen Gold verkauft.

Wie sähe wohl der Musikbetrieb der Klassik aus, wenn der Staat ihn nicht massiv subventionieren würde? Diese Frage stellte ich mir am Karfreitag, als ich für bescheidenes Geld ein hochkarätiges Konzert in einem der Berliner Konzerthäuser genoss. Und wie würde sich das Verkehrswesen heute präsentieren, wenn es sich - unbeeinflusst von staatlichen Eingriffen - rein marktwirtschaftlichen Regeln folgend entwickelt hätte? Wie das Bildungssystem? Oder das Gesundheitswesen?

Die Antworten auf diese Fragen kenne ich leider nicht. Zu komplex sind die genannten Systeme. Zu unberechenbar die Reaktionen der Menschen auf neue Herausforderungen. Und gänzlich unvorhersehbar sind schließlich die Ergebnisse des menschlichen Einfallsreichtums - wenn er sich denn ohne staatliches Gängelband entfalten darf.