Marktkommentar-Archiv

In unserem Archiv finden Sie chronologisch geordnet alle bisher erschienenen Marktkommentare von Claus Vogt. Wir wünschen Ihnen eine unterhaltsame und gewinnbringende Lektüre.

Liebe Leser,

mit Aktien können Sie sich kaum vor Geldentwertung schützen. Das zeigt jedenfalls die Finanzgeschichte, der Sie mehr Glauben schenken sollten als Fondsmanagern, die Interessenskonflikten unterliegen und das Gegenteil behaupten.

Tatsache ist, dass Aktien erst am Ende großer Inflationen eine hervorragende Kaufgelegenheit boten, nicht jedoch in einer inflationären Frühphase, wie wir sie jetzt erleben. Und dafür gibt es einen simplen Grund: Inflationen sind keine guten Zeiten. Sie vernichten Wohlstand und schaffen Armut. Darunter leiden auch die meisten Unternehmen inklusive ihrer Aktienkurse.

Liebe Leser,

die offizielle Inflationsrate ist in Deutschland im März 2022 auf 7,3% gestiegen. Jetzt ist sie also da, die Geldentwertung, und sorgt dafür, dass viele Bürger den Gürtel enger schnallen müssen und Ihr Erspartes immer weniger wert ist.

In unserem Ende 2019 erschienenen Buch „Die Wohlstandsvernichter“ haben Roland Leuschel und ich die zentrale Rolle der Notenbanken für die Entstehung von Inflation ausführlich analysiert und unseren Lesern dazu geraten, sich vor diesen Machenschaften zu schützen. Auch jetzt ist es noch nicht zu spät, zumal sehr viel dafür spricht, dass die Teuerung hoch bleiben wird.

Liebe Leser,

lassen Sie sich von der jüngsten Kurserholung an den Aktienmärkten nicht täuschen. Es handelt sich dabei mit größter Wahrscheinlichkeit nur um die erste größere oder länger anhaltende Bearmarketrally in einer noch sehr jungen Baisse.

Die Börsenampeln stehen auf dunkelrot, daran lassen meine Prognosemodelle und Indikatoren überhaupt keinen Zweifel. Das würde sich selbst dann nicht ändern, wenn der S&P 500 noch einmal in den Bereich seines bisherigen Hochs steigen sollte. Dann würde lediglich wie im Jahr 2007 ein Doppeltop entstehen.

Liebe Leser,

am 16. März 2022 hat die US-Notenbank erstmals seit Jahren die Zinsen erhöht. Sie hob den von ihr festgesetzten Leitzins um 0,25%-Punkte an, von bisher 0% bis 0,25% auf 0,25% bis 0,5%. Damit bleibt die Fed immer noch meilenweit unter der offiziellen Inflationsrate von 7,9%. Sie macht also keinerlei ernstzunehmende Anstalten, die Geldentwertung zu unterbinden, die sie selbst durch ihre jahrelange Nullzinspolitik hervorgerufen hat.

Zinserhöhungen sind Gift für die Börse. Diese generelle Erkenntnis gilt heute mehr denn je, da die fundamentale Bewertung der US-Börse extrem hoch ist. Darüber hinaus steigen die Anleihenzinsen schon seit vielen Monaten und sind aus charttechnischer Sicht aus mächtigen Bodenformationen nach oben ausgebrochen. Damit wird eine Fortsetzung des Aufwärtstrends der Zinsen signalisiert.