Marktkommentar-Archiv

In unserem Archiv finden Sie chronologisch geordnet alle bisher erschienenen Marktkommentare von Claus Vogt. Wir wünschen Ihnen eine unterhaltsame und gewinnbringende Lektüre.

Was ist mit dem Goldpreis los?

Liebe Leser,

„was ist nur mit dem Goldpreis los?“, werde ich in letzter Zeit wieder häufiger gefragt, und „warum steigt er nicht?“ Diese Frage sagt uns viel über die am Goldmarkt vorherrschende Stimmung, die sehr viel Skepsis widerspiegelt. Das ist einigermaßen erstaunlich, da der Goldpreis voriges Jahr um 24,4% gestiegen ist – nach einem Plus von 18,9% in 2019.

Jetzt ist Gold seit Anfang des Jahres mit 3,4% im Minus. Meine Analysen kommen zu dem Ergebnis, dass es sich dabei um eine völlig harmlose Korrektur im Rahmen eines langfristigen Aufwärtstrends handelt. Dass die Nerven zahlreicher Edelmetallanleger dennoch blank zu liegen scheinen und von Euphorie trotz dieser deutlichen Kursgewinne überhaupt nichts zu spüren ist, spricht für eine klare Fortsetzung der Edelmetallhausse. Denn eine derart verhaltene Stimmung ist charakteristisch für eine gesunde Hausse, die noch sehr viel Platz nach oben hat.

Stärkere Warnsignale als im Jahr 2000

Liebe Leser,

die vier größten Spekulationsblasen waren die US-Börse 1929, die japanische Börse 1989, die US- und zahlreiche andere Börsen 2000 sowie der US-Immobilienmarkt 2007. Die aktuelle Spekulationsblase an den US-Aktienmärkten, die von einer neuen Immobilienblase und einer gigantischen Anleihenblase begleitet wird, stellt diese historischen Rekordhalter weit in den Schatten.

Beispielhaft erkennen Sie das auf dem folgenden Chart. Er zeigt die pro Woche von US-Kleinspekulanten gekauften Aktien-Kaufoptionen minus Verkaufsoptionen in Millionen Kontrakten. Als Kleinspekulanten kategorisiert die US-Terminbörse, die diese Zahlen erhebt, Käufe von bis zu 10 Kontrakten.

Kursmanipulationen an der US-Börse

Liebe Leser,

spätestens seit dieser Woche sollte jedem klar sein, dass die Aktienmärkte immer mehr einem Casino gleichen. So gibt es jetzt ein neues Spiel an den Aktienmärkten, und das heißt „Schlag den Shortseller“. Es funktioniert so: Eine Gruppe überwiegend junger und unerfahrener Privatanleger trifft sich in den sozialen Medien, zum Beispiel unter dem Namen „Wallstreet Bets“ rund 4 Millionen Menschen. Dort besprechen sie koordinierte Kaufkampagnen, um Hedgefonds in die Knie zu zwingen.

Wie das geht? Diese Spekulanten vereinbaren, gezielt Aktien zu kaufen, bei denen große Short-Positionen bestehen. Auf diese Weise treiben sie den Kurs dieser Aktien so hoch, dass die Shortseller gezwungen werden, ihre Positionen glattzustellen, das heißt die short verkauften Aktien zurückzukaufen. Ein solcher sogenannter Short-Squeeze ist gerade bei der Aktie des US-Einzelhändlers Gamestop abgelaufen. Das ökonomisch irrwitzige an dieser Vorgehensweise: Es werden Aktienkurse vollkommen maroder Unternehmen in die Höhe getrieben.

Absurdes Geschehen an der Wall Street

Liebe Leser,

der US-Aktienmarkt befindet sich in einer riesigen Spekulationsblase. Die fundamentale Überbewertung hat ebenso neue Rekorde aufgestellt, wie zahlreiche Kennzahlen zur Messung spekulativer Übertreibungen. Erstere habe ich in der Januar-Ausgabe meines Börsenbriefes Krisensicher Investieren ausführlich besprochen, während ich letztere in der am Dienstag, den 26.1.2021 erscheinenden Februar-Ausgabe thematisiere. Sie werden staunen, wie außergewöhnlich und teilweise schlicht absurd die aktuelle Lage ist.