Marktkommentar-Archiv

In unserem Archiv finden Sie chronologisch geordnet alle bisher erschienenen Marktkommentare von Claus Vogt. Wir wünschen Ihnen eine unterhaltsame und gewinnbringende Lektüre.

Liebe Leser,

die Luft ist für die Aktienmärkte wieder sehr dünn geworden. Die US-Börse, deren Vorgaben der DAX gewöhnlich folgt, ist extrem überbewertet. In Kombination mit gestiegenen Zinsen, klaren Rezessionswarnungen aller bewährten Frühindikatoren und starken Warnsignalen zahlreicher technischer Indikatoren deutet das auf eine schwere Aktienbaisse hin.

Liebe Leser,

der Goldpreis ist im vergangenen Jahr in Euro gerechnet um 9,7% gestiegen und im US-Dollar sogar um 13,1%. Es war also ein gutes Jahr für Goldanleger.

Gold empfehle ich in erster Linie als Schutz vor dem Zusammenbruch des Finanzsystems oder vor einer Hyperinflation. Die Versicherung Gold hat also wieder einmal keine Beiträge gekostet, wie Sie das von normalen Versicherungen gewöhnt sind, sondern Ihnen ganz im Gegenteil einen beachtlichen Vermögenszuwachs beschert.

In Euro gerechnet war das in den vergangenen 24 Jahren übrigens 19 Mal der Fall. Der Goldpreis war in dieser langen Zeit also nur 5 Mal rückläufig, davon 4 Mal völlig unbedeutend zwischen 0,1% und 1,9%. Nur ein einziges Mal – 2013 – erfuhr der Goldpreis in dieser langen Zeit einen größeren Kursrückgang, wie er an den Aktienmärkten sehr viel häufiger zu verzeichnen ist. Darüber hinaus hat der Goldpreis seit der Jahrtausendwende sogar besser abgeschnitten als der DAX.

Liebe Leser,

an den Finanzmärkten verspricht das vor uns liegende Jahr 2024 sehr spannend zu werden. Es wird die Entscheidung bringen, ob die US-Ökonomie und mit ihr die Weltwirtschaft tiefer in eine Rezession rutschen oder eine mehr oder weniger sanfte Landung erfolgt.

Dass eine sanfte Landung gelingen wird, sagen – wie üblich – die US-Zentralbank und die meisten Wall Street-Ökonomen voraus. Anzeichen, die für dieses Szenario sprechen, lassen sich derzeit aber nicht erkennen. Ganz im Gegenteil befinden sich alle treffsicheren ökonomischen Frühindikatoren auf Niveaus, die in der Vergangenheit nur in oder kurz vor einer Rezession erreicht wurden.

Liebe Leser,

am 13. Dezember 2023 hat die Fed zum letzten Mal in diesem Jahr getagt. Im Anschluss an diese Sitzung, bei der erwartungsgemäß keine Veränderung der Zinsen beschlossen wurde, machte Fed-Präsident Powell deutlich, dass der nächste geldpolitische Schritt eine Zinssenkung sein werde.

Diese Wende der Zentralbankpolitik hatten wir in der Oktober 2023-Ausgabe unseres Börsenbriefes Krisensicher Investieren bereits angekündigt – obwohl Powell und seine Kollegen zu dieser Zeit noch ganz andere Töne anschlugen. „Höhere Zinsen für länger“ ließen sie damals zu jeder sich bietenden Gelegenheit verlauten. Und das Wall Street Journal verstieg sich am 21. September 2023 sogar zu der Überschrift „Höhere Zinsen nicht nur für länger – vielleicht für immer“.

Zu Überschriften dieser Qualität lassen sich Journalisten gewöhnlich nur ganz am Ende eines langen Trends hinreißen, haben wir dazu geschrieben und hinzugefügt: Eine baldige Trendumkehr wäre also keine Überraschung, zumal nicht nur die Frühindikatoren, sondern auch die wirtschaftliche Entwicklung für fallende Zinsen sprechen. Jetzt sieht man das bei der Fed also genauso.