Marktkommentar-Archiv

In unserem Archiv finden Sie chronologisch geordnet alle bisher erschienenen Marktkommentare von Claus Vogt. Wir wünschen Ihnen eine unterhaltsame und gewinnbringende Lektüre.

Erste Rezessionssignale und das Versagen der Zentralbanken

Liebe Leser,

als die Inflation voriges Jahr zu steigen begann, haben wir dieser wichtigen Entwicklung im Juli 2021 eine Themenschwerpunkt-Ausgabe gewidmet. Unser Fazit lautete: „Die Weichen stehen auf Inflation und lassen eine neue inflationäre Ära erwarten.“

Trotz der deutlichen Warnzeichen gingen die Zentralbanker nicht gegen die drohende Geldentwertung vor, sondern setzten ihre ultralaxe Geldpolitik unbeirrt fort. Zu ihrer Rechtfertigung ließen sie auf allen Kanälen verlauten, die hohe Geldentwertung sei nur vorübergehend und deshalb kein Problem. Inzwischen hat sich dieses Vorübergehend der Zentralbanker als vorübergehend erwiesen und ist aus ihren Pressemeldungen und Redemanuskripten verschwunden.

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Kreditfinanzierte Aktienspekulation sorgt für Turbulenzen

Liebe Leser,

das Spekulieren auf Kredit nimmt in jeder Aktienhausse zu, und ein sehr starker und steiler Anstieg der Wertpapierkredite ist ein typisches Merkmal von Spekulationsblasen. Das sehen Sie auf dem folgenden Chart. Er zeigt Ihnen in Rot den Verlauf des S&P 500 (rechte Achse) und darüber in Blau die Summe der US-Wertpapierkredite in Prozent des US-Bruttoinlandsprodukts (BIP, linke Achse).

Von März 2020 bis Oktober 2021 hat die kreditfinanzierte Aktienspekulation von einem bereits sehr hohen Niveau aus einen weiteren steilen Anstieg erfahren. Damit wurde sowohl das hochspekulative Treiben während der Endphase der Technologieblase in den Jahren 1999/2000 weit übertroffen, als auch das Geschehen am Top von 2007.

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Keine "sanfte Landung" der Weltwirtschaft

Liebe Leser,

inzwischen gibt es keinen Zweifel mehr daran, dass die von uns erwartete Baisse an den Aktienmärkten begonnen hat. Wie sich eine Baisse typischerweise entwickelt, haben wir Ihnen in den vergangenen Monaten ausführlich dargelegt. Diesem Drehbuch sind die Märkte bisher gefolgt und werden es vermutlich auch weiterhin tun.

Dazu sollten Sie wissen, dass die durchschnittliche Dauer einer Baisse in den vergangenen 100 Jahren 19 Monate betrug. Da der S&P 500 sein Hoch erst am 4. Januar 2022 erreicht hat, befinden wir uns rein zeitlich gesehen also immer noch in der Frühphase dieses Abwärtstrends.

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Gold schlägt Inflation

Liebe Leser,

seit Anfang des Jahres ist der DAX um 13% gefallen, der S&P 500 um 17% und der NASDAQ 100 um 27%. Im Unterschied dazu ist der Goldpreis in Dollar gerechnet um 1% gestiegen und in Euro sogar um 8%.

Im April betrug die Inflationsrate in der Eurozone 7,4%. Für Anleger, die im Euroraum leben und hier ihr Geld verdienen, hat Gold seine wichtige Funktion als Inflationsschutz bisher also erfüllt. Spektakulär ist das zwar nicht. Aber es ist durchaus zufriedenstellend, da Gold in erster Linie dem Vermögenserhalt dient. Deshalb ist es gerade in schwierigen und hochriskanten Zeiten ein Basisinvestment für konservative Anleger.

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