Marktkommentar-Archiv

In unserem Archiv finden Sie chronologisch geordnet alle bisher erschienenen Marktkommentare von Claus Vogt. Wir wünschen Ihnen eine unterhaltsame und gewinnbringende Lektüre.

„Werterhalt nicht garantiert“

Liebe Leser,

kürzlich hat sich ein bekannter sogenannter Verbraucherschützer in einem deutschen Wochenmagazin sehr deutlich gegen den Kauf von Gold ausgesprochen. Die Argumente, die er vorbringt, verdienen es nicht, hier wiederholt zu werden. Sein Fazit genügt, in dem er schreibt, „dass das kurzfristige Anlegen in Gold spekulativ ist, und dass ein Werterhalt keinesfalls garantiert ist.

Nun gilt die erste dieser Feststellungen allerdings auch für Aktien, Anleihen, Immobilien und die meisten anderen Geldanlagen. Und die wenigen Ausnahmen, die kurzfristig nicht spekulativ sind, wie Sparbücher oder kurzfristige Bundesanleihen, werden durch die Nullzinspolitik der Zentralbank ganz bewusst unattraktiv gemacht.

„Nach uns die Sintflut!“

Liebe Leser,

die Staatsverschuldung schießt weltweit nach oben, und die Zentralbanken drucken in gigantischem Ausmaß Geld, mit dem sie die Anleihenmärkte leerkaufen, die Verteilung von Helikopter-Geld finanzieren und zusätzliche Kreditvergabe ermöglichen – als wäre die Überschuldung nicht schon groß genug.

Jetzt geht alles, und die Fed kauft sogar schon Junk Bonds, obwohl ihr das nach geltendem US-Recht ausdrücklich verboten ist. Aber dass Zentralbanken über dem Gesetz stehen, ist ja nichts Neues, das kennen wir in Europa längst von der EZB.

Walter Bagehots Regeln (siehe aktuelle Krisensicher Investieren Themenschwerpunkt-Ausgabe „Krisenpolitik von Staat und Notenbanken“) einer vernünftigen Rettungspolitik werden in den Wind geschlagen. Es gibt keine Grenzen mehr, weder für die Geldpolitik, noch für die Staatsverschuldung. „Nach uns die Sintflut!“, lautet der stumme Schlachtruf unserer (Geld)-Politiker.

Unseriöse Geld- und Staatsschuldenpolitik – Gesetze werden nicht beachtet

Liebe Leser,

aus fundamentaler Sicht habe ich Gold auch hier in meinem Marktkommentar schon seit geraumer Zeit als ein absolutes Muss und Basisinvestment für jeden konservativen Anleger bezeichnet. Begründet habe ich diese Empfehlung mit der seit Jahren und weltweit völlig unseriösen und verantwortungslosen Geld- und Staatsschuldenpolitik.

Dabei habe ich die oftmals belächelte Prognose ausgesprochen, dass in der nächsten Krise endgültig alle Dämme brechen und keine Gesetze mehr beachtet würden. In genau dieser Situation befinden wir uns jetzt: Die Staatsschulden gehen weltweit durch die Decke, und finanziert werden sie durch das Heißlaufen der Gelddruckmaschinen.

Der nunmehr achte Ölpreisverfall in 40 Jahren

Liebe Leser,

der Ölpreis ist in den vergangenen Wochen regelrecht unter die Räder gekommen. In den Medien wurde ein Preiskrieg zwischen Saudi-Arabien und Russland als Erklärung angeboten. Wenn der Ölpreis stattdessen gestiegen wäre, hätte man dafür wahrscheinlich die Zuspitzung der Lage in Syrien verantwortlich gemacht. Findige Journalisten kennen eben immer eine gute Story – neuerdings wird in der Mainstream-Presse gerne von „Narrativ“ geschwafelt – mit der eine auffällige Preisbewegung erklärt werden kann.

Wie auch immer, Tatsache ist, dass der Ölpreis in den vergangenen Wochen und Monaten kräftig gefallen ist, um mehr als minus 70%. Ähnlich starke und schnelle Preiseinbrüche zwischen 43% und 77% gab es in den vergangenen 40 Jahren bereits sieben Mal. Sie führten allesamt zu hervorragenden Kaufgelegenheiten im Energiesektor. Falls der Staat die Weltwirtschaft nicht dauerhaft ins künstliche Koma zwingt, wird es dieses Mal nicht anders sein. Deshalb stehen wir jetzt Gewehr bei Fuß, um unsere Leser kurzfristig auf Kaufsignale in diesem ausgebombten, aber unverzichtbaren Sektor aufmerksam zu machen.