Marktkommentar-Archiv
In unserem Archiv finden Sie chronologisch geordnet alle bisher erschienenen Marktkommentare von Claus Vogt. Wir wünschen Ihnen eine unterhaltsame und gewinnbringende Lektüre.
Goldkäufe Chinas treiben den Kurs
- Auch Sie benötigen Gold als Schutz
- Harmlose Korrektur im Aufwärtstrend
- Kaufen Sie Gold und Minenaktien
Liebe Leser,
im Unterschied zu den USA und Europa sind in China Goldkäufe sehr populär geworden, ausdrücklich auch bei jungen Menschen. Darüber hinaus kauft die chinesische Zentralbank Gold in großen Mengen, um Währungsreserven zu schaffen, die sich außerhalb des Machtbereichs der USA befinden und nicht eingefroren oder enteignet werden können. Sie wird noch sehr viel mehr Gold kaufen müssen, um mit den US-Beständen gleichzuziehen und ihre große Position amerikanischer Staatsanleihen entsprechend zu reduzieren.
Vermutlich wird die Zentralbank beim Aufbau ihrer strategischen Goldreserven darauf achten, den Goldpreis nicht unnötig in die Höhe zu treiben. Ganz in diesem Sinne interpretiere ich die am 7. Juni 2024 veröffentlichte Mitteilung
der People´s Bank of China, sie habe im Mai 2024 keine Goldkäufe vorgenommen. Diese Meldung löste einen Rückgang des Goldpreises um 2,7% aus, dem aber kein weiterer Verkaufsdruck folgte. Inzwischen hat Gold diesen kleinen Rückschlag schon wieder mehr als aufgeholt.
Ob die Chinesen die etwas niedrigeren Kurse zum Einstieg genutzt haben, wissen wir natürlich nicht. Aber wir wissen, dass wir auch chinesischen Statistiken und chinesischer Propaganda nicht glauben dürfen, und – viel wichtiger noch – dass sich die geopolitische Situation Chinas nicht verändert hat. Deshalb hat China – ebenso wie zahlreiche andere Länder, die nicht als Freunde der US-Regierung gelten – gar keine andere Wahl als weiterhin Gold in großen Mengen zu kaufen.
Die Ölnachfrage steigt – jetzt auch von IEA bestätigt
Liebe Leser,
dass und warum die Nachfrage nach Rohöl weiter steigen wird, haben wir im Januar 2021 in unserer Krisensicher Investieren Themenschwerpunkt-Ausgabe „Klassischer Energiesektor“ ausführlich begründet. Inzwischen ist die Internationale Energieagentur (IEA) sogar zu dem gleichen Ergebnis gekommen. In ihrer jüngsten Analyse prognostiziert sie einen Anstieg der Ölnachfrage von aktuell 102 Mio. Barrel pro Tag auf 106 Mio. im Jahr 2030.
Von ihrem 2020 veröffentlichten Szenario eines Rückgangs des Ölverbrauchs auf 88 Mio. Barrel im Jahr 2030 sind die mit Steuergeldern bezahlten Analysten offenbar komplett abgerückt. Das
überrascht uns nicht, da wir dieses Szenario als Wunschdenken bezeichnet hatten und ausdrücklich einen weiteren Anstieg des Rohölverbrauchs vorhergesagt haben.
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Wirtschaft, Börse und Zinssenkungen
Liebe Leser,
am 6. Juni hat die EZB die Zinsen gesenkt, obwohl die Inflationsrate wieder gestiegen ist. Die Schweizer Nationalbank (SNB) hat im Juni bereits die zweite Zinssenkung des Jahres vorgenommen, und jenseits des Atlantiks wurden in Kanada die Zinsen ebenfalls schon gesenkt. Jetzt wartet alle Welt auf den ersten Zinsschritt der Fed, der von vielen Analysten im September erwartet wird.
Trotz zu hoher Inflationsraten haben die Zentralbanker also damit begonnen, die Zinsen zu senken. Da an den Finanzmärkten Ruhe herrscht, kommt dafür im Moment wohl nur ein Grund in Frage: Die Gelddrucker und Wohlstandsvernichter befürchten eine Verschlechterung der Konjunktur und glauben fest daran, den Abwärtstrend mit niedrigeren Zinsen aufhalten zu können.
Warnsignale für die Börse mehren sich
Liebe Leser,
die US-Börse ist fundamental extrem überbewertet. Das zeigen alle historisch bewährten Kennzahlen der Fundamentalanalyse und zwar ausnahmslos. Diese unbestreitbare fundamentalanalytische Tatsache reicht zwar nicht aus, um eine Baisse auszulösen. Aber die besonders schweren Aktienbaissen der vergangenen 120 Jahre nahmen ihren Ausgang immer von einer extremen Überbewertung.
Als Timing-Instrument ist die Fundamentalanalyse zwar nicht geeignet. Sie gibt uns jedoch eine klare Vorstellung vom aktuellen Ausmaß des Börsenrisikos. Die aktuelle Botschaft der fundamentalen Indikatoren ist eindeutig: Die nächste Baisse wird mit sehr großer Wahrscheinlichkeit überdurchschnittlich heftig ausfallen. Das heißt konkret, dass Sie sich
auf Kursrückgänge des S&P 500 in der Größenordnung von 50% bis 70% einstellen müssen.
Falls Sie kein Problem damit haben, wenn sich Ihr Vermögen halbiert oder drittelt, besteht für Sie kein Handlungsbedarf. Andernfalls sollten Sie jedoch über eine Reduzierung Ihres Investitionsgrades nachdenken – und über Investments, die nicht am allgemeinen Börsenklima hängen, sondern ein Eigenleben führen.