Marktkommentar-Archiv
In unserem Archiv finden Sie chronologisch geordnet alle bisher erschienenen Marktkommentare von Claus Vogt. Wir wünschen Ihnen eine unterhaltsame und gewinnbringende Lektüre.
Wall Street-Optimismus und kreditfinanzierte Aktienkäufe erreichen Rekordniveau
- Grenzenloser Börsenoptimismus an der Wall Street
- Fondsmanager: Herdentrieb und Karriererisiko
- Beeindruckendes Comeback der Spekulation auf Kredit
- Wirtschaftszyklus und Börsenzyklus haben auch weiterhin Bestand
- Moderne Zentralbankbürokraten scheinen nicht lernfähig zu sein ...
- ... und setzen ihre ultra-expansive Geldpolitik fort
Grenzenloser Börsenoptimismus an der Wall Street
Das US-Finanzmagazin "Barron's" berichtet nicht nur seit vielen Jahrzehnten auf erfreulich hohem Niveau über das Geschehen an den Finanzmärkten. Seit mehr als 20 Jahren führt es auch regelmäßig eine Befragung von Wall Street-Experten durch und veröffentlicht anschließend die Ergebnisse. Sie liefern ein sehr aussagekräftiges Stimmungsbild.
Das jüngste Umfrageergebnis wurde am 20. April 2013 publiziert, und es lässt aufhorchen. Stattliche 74% der Fondsmanager bezeichnen ihre Erwartungshaltung für die Aktienmärkte als bullish oder sehr bullish. Das ist der höchste jemals gemessene Wert.
Nie zuvor war die wichtige Gruppe der Fondsmanager also zuversichtlicher als heute. Nicht in der Endphase der größten Aktienspekulationsblase aller Zeiten im Jahr 2000 und nicht am Top der Echoblase von 2007. Und das, obwohl der S&P 500 Index lediglich auf ziemlich genau demselben Niveau notiert wie an den Hochpunkten der Jahre 2000 und 2007 – und der NASDAQ 100 Index befindet sich sogar deutlich unter seinem im März 2000 erreichten Allzeithoch.
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Schlecht ist gut – Wie lange noch?
- Weltweit schwache Wirtschaftsdaten und Frühindikatoren
- Aktienmärkte reagieren euphorisch auf schlechte Wirtschaftsdaten
- Die Abkoppelung der Aktienmärkte wird nicht von Dauer sein
- Ausgerechnet die Abschaffung der Marktwirtschaft erzeugt eine Spekulationsblase
- Jede Spekulationsblase wird mit einer Story rationalisiert
Weltweit schwache Wirtschaftsdaten und Frühindikatoren
In den vergangenen Tagen und Wochen wurden nahezu weltweit schwache Wirtschaftsdaten veröffentlicht. Sowohl die Unternehmensgewinne als auch die gesamtwirtschaftlichen Kennzahlen enttäuschten auf breiter Front. Jüngstes Beispiel: die Einkaufsmanagerindizes für China, Europa und die USA. Diese wichtigen ökonomischen Frühindikatoren signalisieren für Europa nicht nur eine Fortsetzung der Rezession, sondern ihr Übergreifen auf die bisher weitgehend verschont gebliebene deutsche Wirtschaft.
Für China und die USA deuten die Indikatoren auf einen Abschwung hin, haben aber noch kein Rezessionsniveau erreicht. Ihr deutlicher Rückgang spricht allerdings klar gegen die aktuelle Mehrheitsmeinung, die für beide Länder einen Aufschwung im zweiten Halbjahr erwartet. Wie schon in den vergangenen beiden Jahren, wird sich diese Erwartung wohl wieder nicht erfüllen.
Aktien versus Realwirtschaft und Gold - zwei große Diskrepanzen
- Allzeithoch des Dow trotz schwacher Wirtschaftsdaten
- Euphorie an den Finanzmärkten, Frust in der Bevölkerung
- Aktien haben nur die Verluste wieder aufgeholt
- Aber der Goldpreis ist deutlich gestiegen
- Die Stimmungsindikatoren spiegeln diese Realität nicht wider
Allzeithoch des Dow trotz schwacher Wirtschaftsdaten
Der bekannteste Aktienindex der Welt, der Dow Jones Industrial Average, ist seit Jahresanfang in der Spitze um stattliche 15% gestiegen. Dabei hat er sogar ein neues Allzeithoch erreicht, hat also seinen bisherigen Höchstkurs überschritten, der seit Oktober 2007 Bestand hatte.
Auch dem sehr viel breiter gefassten S&P 500 Index gelang es, in den Bereich seiner historischen Höchststände vorzudringen. Auch er markierte sein altes Allzeithoch im Oktober 2007, konkret am 11. Oktober bei einem Stand von 1.576,09 Punkten. Am 11. April 2013 verbesserte der Index diesen Rekord um 1,3% und stieg in der Spitze auf 1.597,35 Punkte.
Während sich diese beiden wichtigen US-Indizes also nach fünfeinhalb Jahren wieder im Bereich ihrer Allzeithochs bewegen, zeigen die US-Sentimentindikatoren ein Höchstmaß an Sorglosigkeit und Euphorie – obwohl ein Vergleich der aktuellen makroökonomischen Kennzahlen mit denen des Jahres 2007 ein ziemlich enttäuschendes Ergebnis liefert.
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Gast-Kommentar von Roland Leuschel
- Wem nützen die negativen Schlagzeilen?
- Ende des Bretton Woods Systems als Auslöser
- Zwei Dinge habe ich seither beibehalten
- Diese 6 Punkte sprechen für Gold als einzige Alternative
- "Am Golde hängt, zum Golde drängt doch alles"
6 Gründe, die trotz aller Unkenrufe für die Fortsetzung der langfristigen Gold-Hausse sprechen
Unser größter Dichter und Denker, Johann Wolfgang von Goethe, hat es bereits in seinem Faust auf den Punkt gebracht, als er den Schüler Wagner sagen lässt: “Mir wird von alledem so dumm, als ging mir ein Mühlrad im Kopf herum.”
Vergangenen Montag schreckte mich folgende Titelstory in “Die Welt” auf.
“Für Soros ist Gold keine sichere Anlage mehr.”
Seltsam, dachte ich, wieso kümmert ausgerechnet die Investment-Legende Soros der Goldpreis. Denn bereits 2011 hatte Soros den Goldpreis als “ultimative Blase” bezeichnet und sein Geld konsequenterweise aus dem Edelmetall abgezogen - wahrscheinlich bevor er das öffentliche Statement abgab?
Das war im Jahr 2011. Der Goldpreis schwankte damals in der Zone zwischen 1.400 bis 1.500 Dollar pro Feinunze. Somit hatte Soros allen Goldanlegern die Freude gemacht, ihnen sein Gold zu verkaufen und nicht abzuwarten, bis es ein Jahr später über 1.900 Dollar die Feinunze gestiegen war.
Hatte „Die Welt“ Soros‘ Aussage falsch verstanden?
Anscheinend nicht, denn die von Goldanlegern stark frequentierte Internet-Seite “goldseiten.de” titelte ebenfalls: “George Soros: Gold ist kein sicherer Hafen mehr”. Auch der Gold-Experte Thorsten Proettel stellte auf “goldseiten.de” fest: “Gold im Februar stark unter Druck”. Er machte vor allen Dingen den Verkauf von Gold-ETFs (SPDR Gold Shares, der Marktführer im US-amerikanischen Markt) dafür verantwortlich. Immerhin wurden von diesem Trust 140 Tonnen Gold verkauft.