Marktkommentar-Archiv

In unserem Archiv finden Sie chronologisch geordnet alle bisher erschienenen Marktkommentare von Claus Vogt. Wir wünschen Ihnen eine unterhaltsame und gewinnbringende Lektüre.

Politische Krisen sind nur Auslöser des Kursrückgangs, aber keineswegs Ursache

Liebe Leser,

in den vergangenen fünf Wochen ist der DAX fast 1.000 Punkte beziehungsweise 10% gefallen. In den Medien werden vor allem die jüngsten weltpolitischen Krisen für den Kursrückgang verantwortlich gemacht. Diese Erklärung greift allerdings zu kurz. Ich sehe in den politischen Krisen höchstens den Auslöser für den jüngsten Kursrutsch. Die eigentlichen Gründe sind ganz andere.

In den vergangenen Monaten habe ich Sie immer wieder darauf hingewiesen, dass sich sowohl an den Aktienmärkten als auch an den Anleihemärkten eine Spekulationsblase gebildet hat. Alle bewährten Kennzahlen der Fundamentalanalyse lassen daran keinen Zweifel. Eine ausführliche Besprechung dieser Indikatoren finden Sie in der Krisensicher Investieren Themenschwerpunkt-Ausgabe „Spekulationsblase und Krisenspirale“.

An dieser Stelle muss der Hinweis genügen, dass die Überbewertung der US-Weltleitbörse heute sogar größer ist als in 2007 und mehr in die Breite geht als im Jahr 2000. In diesen beiden Fällen halbierten sich die Aktienkurse relativ zügig, nachdem die Blase platzte. Finanzmarktgeschichte und ökonomische Zusammenhänge zwingen uns dazu, eine ähnliche Entwicklung auch nach dem Platzen der aktuellen Blase zu erwarten.

Konstruktives charttechnisches Bild

Liebe Leser,

allen Unkenrufen zum Trotz zeigt der Goldpreis sowohl in US-Dollar als auch in Euro ein konstruktives charttechnisches Bild. Der Kursverlauf der vergangenen 15 Monate ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine mächtige Bodenformation, mit der die nächste zyklische Goldhausse eingeleitet wird.

Um den folgenden Goldpreischart möglichst übersichtlich zu gestalten, habe ich außer der 200-Tage-Durchschnittslinie lediglich die beiden Trendlinien eingezeichnet, die ich in der aktuellen Situation für besonders wichtig halte. Wie Sie sehen, wurden sie beide bereits Ende Juni in einer dynamischen Bewegung überschritten. Seit diesem Ausbruch nach oben ist also bereits ein Monat vergangenen, und der Goldpreis notiert noch immer oberhalb der beiden Linien. Damit muss dieser doppelte Ausbruch inzwischen als nachhaltig bezeichnet werden – und die mit ihm einhergehende bullishe Botschaft natürlich ebenfalls.

Endlich erkennt die BIZ die Ursache der jüngsten Krisen

Liebe Leser,

vorige Woche habe ich Sie bereits auf den aktuellen Jahresbericht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hingewiesen. Ich halte dieses umfangreiche Werk für so wichtig, dass ich heute noch einmal darauf zu sprechen kommen möchte.

Die BIZ wird gerne als die Zentralbank der Zentralbanken bezeichnet. Wie so oft in der Welt des Zentralbankwesens, dient auch diese Bezeichnung der Verschleierung der Wahrheit. Denn die BIZ ist vor allem eines: Die wichtigste Lobby-Organisation des Zentralbankwesens.

In unserer am Dienstag, den 22. Juli erschienenen August-Ausgabe von Krisensicher Investieren sowie in unserem aktuellen Wochenupdate nehmen wir unter anderem den höchst interessanten 84. Jahresbericht der BIZ unter die Lupe. Darin lesen die BIZ-Analysten ihren Zentralbankkollegen gehörig die Leviten.

Außerdem dringen die Analysten bei der Aufarbeitung der Großen Rezession der Jahre 2007 bis 2009 endlich zu denselben ursächlichen Zusammenhängen vor, die wir bereits vor der Krise klar erkannt hatten, und die uns seinerzeit die Prognose ebendieser Krise überhaupt erst ermöglichten.

Der Staat hat als größter Schuldner ein Motiv, die Inflationsrate zu schönen

Liebe Leser,

die offizielle Methode zur Berechnung der Inflationsrate wurde in den vergangenen 30 Jahren kontinuierlich verändert. Die Befürworter dieser statistischen Anpassungen sprechen von methodischen Verbesserungen, die zu einer immer genaueren Inflationsmessung führen sollen. Die Kritiker hingegen sehen in den methodischen Veränderungen zielgerichtete Manipulationen, deren Zweck es sei, die Geldentwertung systematisch geringer auszuweisen, als sie tatsächlich ist.

Tatsache ist, dass die alten Berechnungsmethoden im Ergebnis zu deutlich höheren Inflationsraten führen als die neuen. Fakt ist auch, dass der Staat als mit Abstand größter Schuldner der Hauptprofiteur einer systematisch zu niedrig ausgewiesenen Inflationsrate ist. Im Jargon der Kriminalisten gesprochen hat der Staat also ein starkes Motiv, die Inflationsrate zu schönen.

Ein Motiv haben schließlich auch die das staatliche Geldmonopol verwaltenden Zentralbankbürokraten, die als Herren der Gelddruckmaschine letzten Endes immer die Inflationsmacher sind – und dabei auch noch die Chuzpe haben, sich öffentlich als Währungshüter im Dienste der Preisstabilität zu vermarkten. Dabei dient das Zentralbankwesen mitnichten den Interessen des kleinen Mannes, der ja am stärksten unter hohen Inflationsraten leidet. Nein, das Zentralbankwesen dient in erster Linie der Symbiose aus einem systematisch über seine Verhältnisse lebenden Staates und den Großbanken, die daran blendend verdienen. Doch das ist ein anderes Thema.