Marktkommentar-Archiv

In unserem Archiv finden Sie chronologisch geordnet alle bisher erschienenen Marktkommentare von Claus Vogt. Wir wünschen Ihnen eine unterhaltsame und gewinnbringende Lektüre.

Draghi zerstört die Marktwirtschaft

Liebe Leser,

während der Pressekonferenz im Anschluss an die EZB-Sitzung vom 5. Juni 2014 sagte EZB-Präsident – und Ex-Goldman Sachs-Mitarbeiter – Mario Draghi mit dem für ihn typischen Gesichtsausdruck, den einige als süffisant, andere hingegen als verschlagen bezeichnen, folgenden offensichtlichen Unsinn:

„It's completely wrong to suggest we want to expropriate savers.”
(Es ist völlig falsch zu behaupten, dass wir Sparer enteignen wollen.)

Wie so oft in den vergangenen Jahren habe ich damit einmal mehr einen sehr guten Grund, das von Jean-Claude Juncker in seiner Zeit als Euro-Gruppenchef im April 2011 öffentlich ausgesprochene Credo der EU-Elite zu zitieren:

„Wenn es ernst wird, muss man lügen.“

Ja, es handelt sich dabei um denselben Jean-Claude Juncker, der jetzt zum EU-Kommissionspräsidenten gemacht werden soll. Um denselben Jean-Claude Juncker, der Angela Merkels Vertrauen genießt und ihre volle Unterstützung hat.

Wir leben in wahrhaft verkommenen Zeiten.

ADX-Index korrekt – leider in die falsche Richtung

Liebe Leser,

vorige Woche habe ich an dieser Stelle geschrieben, dass der ADX-Index des Goldpreises einen Extremwert erreicht habe und damit eine größere Kursbewegung signalisiere. Außerdem nannte ich Ihnen die Gründe, warum ich mit einer Kursbewegung nach oben rechnete. Teil 1 dieser Prognose hat sich mittlerweile als richtig erwiesen, Teil 2 hingegen als falsch.

Tatsächlich hat der Goldpreis inzwischen nämlich eine größere Kursbewegung von immerhin 3,5% innerhalb von drei Tagen vollzogen. Allerdings war es keine Aufwärtsbewegung, wie von mir erwartet, sondern ein Kursrückgang. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie dieser Kursrückgang im größeren Bild interpretiert werden muss.

Der Ausbruch nach oben kündigt sich an

Liebe Leser,

die Bodenbildung des Goldpreises dauert inzwischen schon fast ein Jahr, und das Hoch des Jahres 2011 liegt bereits drei Jahre zurück – eine lange Leidenszeit für jeden Goldbullen. Das gilt natürlich auch für mich. Zwar hatte ich meine Leser in 2011 auf eine größere Korrektur des Goldpreises vorbereitet. Das Ausmaß und die Dauer der seither laufenden zyklischen Baisse haben mich dann aber doch überrascht und auf dem falschen Fuß erwischt. Vor allem aufgrund der extrem verantwortungslosen und riskanten Geld- und Staatsschuldenpolitik, die seit 2008 nahezu weltweit verfolgt wird, hatte ich mit einer erheblich sanfteren Korrektur gerechnet.

Zwar habe ich seit Beginn der langfristigen Hausse zur Jahrtausendwende immer wieder einmal auf die Ereignisse der 70er Jahre hingewiesen. Damals wurde die langfristige Goldhausse trotz der für Gold anhaltend positiven makroökonomischen Rahmenbedingungen von einer heftigen zyklischen Baisse unterbrochen. In deren Verlauf halbierte sich der Goldpreis fast, bevor er sich anschließend von 100 Dollar pro Unze auf in der Spitze über 800 Dollar mehr als verachtfachte.

Phase der Topbildung leitet die Baisse ein – Stellen Sie sich auf fallende Kurse ein

Liebe Leser,

am Donnerstagvormittag dieser Woche stieg der DAX auf 9.810 Punkte und erreichte damit ein neues Allzeithoch. Die Freude der Bullen währte allerdings nicht lange, denn der Index legte kurz darauf den Rückwärtsgang ein und beendete den Tag sogar im Minus. Charttechnisch zeigt der DAX jetzt ein wohl geformtes potenzielles Doppeltop, dessen zweiter Hochpunkt gerade einmal 16 Punkte oder 0,16% über dem bisherigen Hoch liegt, das im Januar dieses Jahres geformt wurde. Aus technischer Sicht war die am Donnerstag vollzogene Trendwende geradezu perfekt, um das Ende der Hausse einzuleiten, die im März 2009 begonnen hat.

Der Weltleitindex S&P 500 stieg bereits zwei Tage zuvor, also am Dienstag dieser Woche, auf ein Allzeithoch von 1.902 Punkten. Auch hier war die Freude der Bullen von ähnlich kurzer Dauer, und das alte Hoch wurde ebenfalls nur marginal, das heißt um 5 Punkte oder 0,26%, überschritten.

Bereits Anfang März erreichte der NASDAQ Composite Index sein Jahreshoch von 4.372 Punkten. Aktuell notiert er 7,5% tiefer, und auf dem Chart zeigt sich ein geradezu lehrbuchartiges Bild einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation.

Schließlich stieg der japanische Nikkei 225 Index noch früher, nämlich Ende Dezember 2013, auf sein zyklisches Hoch. Mit 16.320 Zählern übertraf er sein bereits vor einem Jahr markiertes Zwischenhoch gerade einmal um 2,4%. Er notiert im Moment bereits 13% tiefer, und auch sein Chart zeigt eine ausgeprägte potenzielle Topformation.