Marktkommentar-Archiv

In unserem Archiv finden Sie chronologisch geordnet alle bisher erschienenen Marktkommentare von Claus Vogt. Wir wünschen Ihnen eine unterhaltsame und gewinnbringende Lektüre.

Jetzt wird es ernst

Liebe Leser,

die Lage in der Weltwirtschaft und an den Finanzmärkten ist ernst. Wir befinden uns heute an einem ähnlich bedeutenden Wendepunkt wie zuletzt im Jahr 2007. Die ökonomischen Ungleichgewichte und Fehlentwicklungen und die damit einhergehenden Gefahren und Risiken sind heute sogar noch erheblich größer als damals. Deshalb sollten Sie sich die Zeit nehmen, sich mit der aktuellen Situation zu befassen. Es gilt, Vorbereitungen zu treffen, um die kommende Krise möglichst unbeschadet zu überstehen oder sogar als Gewinner daraus hervorzugehen.

Schon Ende der 1990er Jahre haben Roland Leuschel und ich die vom damaligen Fed-Präsidenten Alan Greenspan vorgenommenen geldpolitischen Weichenstellungen scharf kritisiert und auf die negativen Folgen dieser Politik hingewiesen. In unserem 2003 erschienenen Buch „Das Greenspan-Dossier“ haben wir die Ergebnisse unserer Analysen in komprimierter Form einem breiten Publikum vorgelegt – und wurden dafür unter anderem in der Financial Times hart attackiert.

Darüber hinaus warnten wir unsere Leser dann im Sommer 2007 vor der weltweiten Rezession und Finanzkrise, die sich in unseren Prognosemodellen immer deutlicher abzeichneten. Wir erkannten die Immobilienblase in den USA und einigen europäischen Ländern, deren Vorhandensein von den Zentralbankern vehement geleugnet wurde.

Starke Zeichen einer beginnenden Aktienbaisse

Liebe Leser,

während der S&P 500 und der NASDAQ 100 gerade auf neue Allzeit-Hochs gestiegen sind, und viele Anleger davon ausgehen, dass dieser Kursanstieg niemals enden wird, notieren die meisten anderen Aktienindizes noch immer niedriger als vor rund zwei Jahren. Diese Feststellung trifft nicht nur auf den DAX und viele andere europäische Indizes zu, sondern auch auf zahlreiche US-amerikanische. Beispielsweise gilt sie für den US-Nebenwerte Index Russell 2000, der auf 2.000 Unternehmen basiert, den wichtigen US-Banken Index und den Dow Jones Transportation Average.

Solche ausgeprägten Diskrepanzen treten gewöhnlich in der Endphase großer Haussen auf und gelten als Warnsignale für die Aktienmärkte. Da die US-Börse anhand aller bewährten Kennzahlen der Fundamentalanalyse historisch überbewertet ist, sollten Sie nicht überrascht sein, wenn sich der S&P 500 in der nächsten Baisse halbiert oder sogar drittelt. Historisch gesehen wäre das aufgrund der hohen Überbewertung ganz normal.

Die kurzfristige Konsolidierung ist doch noch nicht vorüber

Liebe Leser,

vorige Woche sah es so aus, als sei der Goldpreis nach einer kleinen Korrektur, die Anfang September begonnen hatte, schon wieder auf dem Weg nach oben. Der Chart zeigte eine bullishe Flaggenformation, die mit einem Ausbruch nach oben beendet wurde.

Wie Sie auf dem folgenden Chart sehen, ist der durch dieses kurzfristige charttechnische Kaufsignal prognostizierte Kursanstieg jedoch ausgeblieben. Stattdessen ist der Goldpreis wieder in den Bereich des Tiefs zurückgekommen, das er Anfang Oktober erreicht hatte, und sogar etwas darunter gefallen.

Fed senkt die Zinsen, und Gold steigt – Inflation kündigt sich an

Liebe Leser,

die nächste Aufwärtswelle der Goldminenaktien stehe kurz bevor, habe ich hier vorige Woche geschrieben. Und tatsächlich sieht es jetzt so aus, als habe diese Aufwärtswelle schon begonnen. Nachdem die US-Zentralbank Fed am Mittwoch, den 30. Oktober 2019 zum nunmehr dritten Mal in diesem Jahr die Zinsen gesenkt hat, ging es mit dem Goldpreis und den Kursen der Minenaktien jedenfalls deutlich nach oben.

Darin sehe ich eine Bestätigung unserer Inflationsmodelle. Diese zeigen die gleiche Konstellation wie Mitte der 1960er Jahre und zwei Mal in den 1970er Jahren. Damals folgten drei große Wellen zunehmender Geldentwertung – und eine atemberaubende Edelmetallhausse. Auf beides sollten Sie sich auch jetzt wieder einstellen.