Marktkommentar-Archiv

In unserem Archiv finden Sie chronologisch geordnet alle bisher erschienenen Marktkommentare von Claus Vogt. Wir wünschen Ihnen eine unterhaltsame und gewinnbringende Lektüre.

Liebe Leser,

die aktuelle Entwicklung an den Aktienmärkten ähnelt sehr dem Beginn der schweren Aktienbaisse von 2000 bis 2003. Damals halbierte sich der S&P 500, der DAX fiel um 73% und der NASDAQ 100 sogar um 83%.

Die großen Parallelen zum damaligen Geschehen haben allerdings nicht erst jetzt begonnen. Sie waren schon auf dem Weg nach oben sehr deutlich, worauf ich in meinem Börsenbrief Krisensicher Investieren immer wieder hingewiesen habe. So stieg die fundamentale Überbewertung im laufenden Zyklus sogar noch höher als im Jahr 2000, und die spekulativen Exzesse stellten in nahezu allen Bereichen ebenfalls neue Rekorde auf.

Liebe Leser,

am Mittwoch, den 4. Mai 2022 hat die US-Zentralbank Fed die Leitzinsen um einen halben Prozentpunkt erhöht auf eine Zinsspanne von 0,75% bis 1,0%. Die Aktienmärkte reagierten mit einem Kursanstieg, der Weltleitindex S&P 500 legte um 3% zu.

Einen Kursanstieg in dieser Größenordnung gab es am Tag einer Fed-Zinserhöhung in den vergangenen 40 Jahren nur ein einziges Mal, und zwar am 21. März 2000. Damals stieg der Index in den nächsten vier Börsentagen um weitere 3,9%. Damit erreichte er den Höchstkurs der damaligen Spekulationsblase, und es begann eine schwere Aktienbaisse.

Der Kurs des S&P 500 halbierte sich in den folgenden zweieinhalb Jahren, während es mit dem NASDAQ 100 um 83% nach unten ging und mit dem DAX um 73%.

Liebe Leser,

an den Finanzmärkten ist es wichtig, das große Bild im Auge zu behalten. Achten Sie auf die langfristigen Trends und die Rahmenbedingungen, auf denen sie basieren. Das schützt Sie davor, dem oft sehr hektischen Tagesgeschehen eine ihm nicht zukommende Bedeutung beizumessen.

Langfristige Charts helfen Ihnen dabei, die richtige Perspektive einzunehmen. Sie sind ein ausgezeichneter Ausgangspunkt für jede Analyse.

Liebe Leser,

im Dezember vorigen Jahres haben wir in unserer Themenschwerpunkt-Ausgabe „Historische Baissen und Börsencrashs“ die wahrscheinlichen Folgen der geldpolitischen Wende der Fed skizziert sowie die sehr bearishen Implikationen der historischen Überbewertung der US-Börse. Unsere Schlussfolgerung lautete:

Die Kombination aus dieser extremen fundamentalen Überbewertung, der geldpolitischen Wende der Fed und einer wahren Flut markttechnischer Warnzeichen ist ein starker Hinweis auf das baldige Ende der Spekulationsblase und den Beginn einer starken Baisse.

Diese Baisse hat inzwischen begonnen. Die Kurse vieler besonders riskanter und hochspekulativer Börsenlieblinge sind bereits heftig unter die Räder gekommen. Ein aktuelles Beispiel ist die Netflix-Aktie.