Marktkommentar-Archiv

In unserem Archiv finden Sie chronologisch geordnet alle bisher erschienenen Marktkommentare von Claus Vogt. Wir wünschen Ihnen eine unterhaltsame und gewinnbringende Lektüre.

Eine neue Schuldenkrise zeichnet sich ab

Liebe Leser,

dass die Geld- und Schuldenschleusen in der nächsten Krise bis zum Anschlag geöffnet würden, haben Roland Leuschel und ich immer wieder betont, ausdrücklich auch in unserem im November 2019 erschienenen Buch „Die Wohlstandsvernichter – Wie Sie trotz Nullzins, Geldentwertung und Staatspleiten Ihr Vermögen erhalten“. Es zeigt Ihnen in aller Klarheit die verheerenden Ergebnisse und Nebenwirkungen der ultralaxen Geldpolitik der vergangenen Jahre, deren Folgen mit der jetzt begonnenen Krise schlagartig sichtbar werden.

Dass im nächsten Abschwung, der jetzt begonnen hat, alle Dämme brechen und alle Hemmungen fallen würden, folgte aus der Interventionsspirale, in die sich Zentralbanken und hochverschuldete Staaten in kurzsichtiger und verantwortungsloser Weise begeben haben. Jetzt ist es so weit, und es wird schwerwiegende Folgen haben.

Die fundamentale Bewertung ist der Schlüssel

Liebe Leser,

von einer attraktiven fundamentalen Bewertung sind die allgemeinen Aktienmärkte trotz der jüngsten Kursrückgänge im Moment noch weit entfernt. Wenn Sie meine Analysen gelesen haben, wird Sie das nicht überraschen. Schließlich befand sich die fundamentale Bewertung der US-Börse noch vor wenigen Wochen auf einem Rekordniveau. Sie war also höher als vor dem Crash von 1929 und höher als vor dem Platzen der Technologieblase im Jahr 2000. Auf das extrem große Risiko, das sich daraus herleitet, habe ich auch hier immer wieder hingewiesen.

Der S&P 500 wird sich mindestens dritteln

Liebe Leser,

in Zeiten wie diesen fällt es mir nicht leicht, einen Marktkommentar zu schreiben – obwohl ich zu den wenigen Analysten gehöre, die in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder auf die extrem hohen Risiken an den Finanzmärkten und in der Realwirtschaft hingewiesen haben. Der S&P 500 werde sich mindestens dritteln, also in den Bereich von rund 1.000 Punkten fallen, lautete meine Prognose, und das sei ausdrücklich kein Worst-Case-Szenario. Und der DAX werde wie üblich den US-Vorgaben nach unten folgen.

Inzwischen ist der S&P 500 in Rekordzeit von knapp 3.400 Punkten am 19. Februar 2020 auf 2.500 Punkte gefallen. Das sind gerade einmal minus 26%. Es ist also noch nicht allzu viel passiert, zumal der Index dieses Niveau erst im September 2017 erstmals erreicht hatte. Es wurde also lediglich der Kursanstieg der vergangenen zweieinhalb Jahre wieder abgegeben. Keine große Sache, sollte man meinen.

Schulden machen so lange es geht

Liebe Leser,

am Dienstag, den 3. März 2020 hat die Fed die von ihr bestimmten kurzfristigen Zinsen um einen halben Prozentpunkt gesenkt. In der Presse wurde diese Maßnahme als „überraschend“ bezeichnet. Dabei hatten US-Präsident Trump und seine engsten Berater schon seit Tagen eine kräftige Zinssenkung gefordert. Und die Besetzung der Fed hat seit langem nicht mehr das Format, sich gegen die Wünsche der Regierung zu stellen. Ganz im Gegenteil unternehmen die Zentralbankbürokraten wirklich alles, um eine Fortsetzung der weltweiten Schuldenorgie zu ermöglichen – so lange das eben geht.

In meinem Krisensicher Investieren-Wochenupdate vom Samstag, den 29. Februar hatte ich folgende Überlegungen zur Fed-Politik angestellt: „Ich bin gespannt, ob ein Kursrückgang des S&P 500 von minus 16% inzwischen schon ausreicht, um die Fed in Panik zu versetzen. Spätestens wenn es am Montag oder Dienstag an der Börse weiter abwärts gehen sollte, wird sich die Fed wahrscheinlich nicht länger zieren und tatsächlich Zinssenkungen verkünden.“