Der Niedergang der Europäischen Währungsunion folgt historischen Mustern

Die "Lösung" der Zypernkrise ist ein wichtiger Meilenstein

Die Europäische Währungsunion war und ist das Wunschkind der politischen Eliten. Aus ökonomischer Sicht handelt es sich aber leider um eine Missgeburt.  Sie war von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Die Vorgänge rund um Zypern sind lediglich ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zum unvermeidlichen Ende dieses abstrusen währungspolitischen Experiments.

Die Auswertung historischer Beispiele zusammengebrochener Währungsunionen zeigt vier charakteristische Entwicklungen. Wie Sie gleich sehen werden, folgt die aktuelle Politik auf erstaunlich deutliche Weise diesen typischen historischen Vorgaben. Alle vier Charakteristika sind bereits in der aktuellen Episode - dem Niedergang der Europäischen Währungsunion - zu verzeichnen:

  1. Es findet eine Kapitalflucht von den schwächeren zu den stärkeren Ländern der Union statt.
  2. Kapitalverkehrskontrollen werden gewöhnlich schon in der Frühphase der Zusammenbruchs eingeführt. Dabei besteht die Tendenz, ausländisches Kapital zu diskriminieren.
  3. Die betroffenen Regierungen nutzen die Krise als willkommene Gelegenheit, ihren Bürgern noch schamloser in die Tasche zu greifen als sonst und schrecken dabei nicht mehr vor Teilenteignungen zurück.
  4. Es kommt zu sozialen Unruhen; außerdem besteht die Tendenz zur Etablierung autoritärer Staatsformen.

Ist es nicht faszinierend, wie klar die "Euro-Rettungs-Politik" diesem Drehbuch folgt? Obwohl die Entscheidungsprozesse vollkommen chaotisch verlaufen. Obwohl die Interessenskonflikte der einzelnen europäischen Länder und ihrer Regierungen gewaltig sind. Obwohl die Verhandlungen und Krisensitzungen oft bis tief in die Nacht dauern und der damit verbundene Schlafentzug die ohnehin fragwürdige Urteilskraft der Beteiligten zusätzlich lähmt. Obwohl zahlreiche Entscheidungsträger nur über rudimentäre ökonomische Kenntnisse verfügen. Obwohl immer wieder geltendes Recht und bestehende Gesetze den politisch gewünschten Verhandlungsergebnissen im Wege stehen. Trotz all dieser Schwierigkeiten folgt der Niedergang der Europäischen Währungsunion dem vorliegenden Skript.

Europäische Währungsunion: Gut gemeinte Katastrophe

Lesen Sie die vier oben genannten charakteristischen Punkte einer auseinanderbrechenden Währungsunion ruhig noch einmal. Denn sie sind überaus wichtig. Sie beschreiben den vor Ihnen liegenden Weg. Und sie betreffen uns alle. Uns und unser hart erarbeitetes Vermögen.

Der staatliche Griff nach Ihrem Geld hat längst begonnen. Er wird noch schamloser, direkter und sehr viel umfassender werden. Und am Ende dieser traurigen Episode europäischer Geschichte haben Sie vielleicht nicht nur ihr Vermögen eingebüßt, sondern auch die Demokratie verloren.

Ja, die Wege der Geschichte können sehr verschlungen sein. Was von naiven und ökonomisch unbeleckten Politikern als gut gemeintes europäisches Einigungs- und Friedensprojekt begann, entwickelte sich zu einer ausgewachsenen Katastrophe. Statt Völkerverständigung und Wohlstand für alle lässt der Euro überwunden geglaubte Gräben zwischen den Völkern Europas wieder aufbrechen, schürt Hass und Vorurteile und droht die teilweise hart errungende Demokratie zu zerstören.

Gut gemeint ist eben leider kein ausreichendes politisches Konzept.

Eines haben die Vorgänge rund um Zypern aber klar gemacht: Die demokratisch nicht legitimierten Bürokraten internationlaer Organisiationen - der EZB, der EU und des IWF - bestimmen im Fall der Fälle über das Geld bei der Bank, von dem Sie bisher glaubten, es gehöre Ihnen.

Aktienmärkte quittieren "Rettung" Zyperns zunächst mit Kursgewinnen

An den Aktienmärkten wurde die nebulöse Nachricht einer "erfolgreichen Rettung Zyperns" zunächst mit Kursgewinnen quittiert. Im Sinne eines Pawlow'schen Reflexes scheinen die derzeit kursbestimmenden Marktteilnehmer darauf konditioniert zu sein, auf jeden noch so schwachsinnnigen politischen Beschluss mit Kaufprogrammen zu reagieren. "Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, so würde ich heute noch Aktien kaufen", scheint ihr derzeitiges Credo zu lauten.

Denn an der Tatsache, dass die aktuelle Politik des ultra-leichten Geldes und der immer höheren Staatsverschuldung verantwortunglos und kurzsichtig ist und längerfristig in die Katastrophe führt, zweifelt wohl kaum noch ein Börsianer. "Solange die Musik noch spielt, müssen wir tanzen", sagte der damalige Vorstandsvorsitzende der Citibank am Vorabend der großen Bankenkrise des Jahres 2008. Wie dieser Tanz endete, wissen Sie. Der aktuelle Tanz auf dem Vulkan wird ein ähnliches Ende nehmen.

DAX, Momentum-Oszillator, 2012 - 2013
Der DAX reagierte auf die "Rettung" Zyperns zunächst mit Kursgewinnen, die er aber nicht halten konnte.
Quelle: Quelle: DecisionPoint

Schäuble hat die Banken Zyperns geschrumpft

"Der zyprische Bankensektor wird im Verhältnis zu der Größe der zyprischen Wirtschaft auf das durchschnittliche europäische Niveau zurückgeführt werden müssen", wird Finanzminister Schäuble in der Presse zitiert, gefolgt von seinem für mich nicht nachvollziehbaren Triumphgeheul über den Ausgang der Verhandlungen. Aber vielleicht hat er sich ja einfach nur darüber gefreut, dass eine für ihn anstregende Nacht vorüber ist.

Wie auch immer dem sei, ich glaube, der Minister befindet sich auf dem Holzweg, wenn er glaubt, "das durchschnittliche europäische Niveau" sei ein geeigneter Maßstab, an dem - wenn nicht die Welt -,  so doch Europa genesen soll. Hoffentlich kommen er und die anderen Eurokraten mit ihrem sozialistischen Sinn für Durchschnittliches und ihrem kuriosen Verständnis von Gerechtigkeit und Solidarität nicht irgendwann auf die Idee, dass auch die deutsche Exportwirtschaft auf das durchschnittliche europäische Niveau zurückgeführt werden müsse.

Gold - Das bessere Geld

Ihr Geld ist auf der Bank nicht mehr sicher. Diese Botschaft hat die EU-Bürokratie in ihrem Umgang mit der Zypernkrise laut und deutlich unters Volk gebracht. Allein, das Volk möchte sie nicht hören, nicht wahrhaben, nicht glauben. Es fühlt sich pudelwohl im Märchen von des Kaisers neuen Kleidern und möchte der rauhen Wirklichkeit nicht ins Auge schauen.

Diese naive Strategie der Gutgläubigkeit wird in die Hose gehen. Wesentlich klügere und flexiblere Strategien sind gefragt, um die Turbulenzen der kommenden Jahre möglichst unbeschadet zu überstehen.

Der Kauf von Gold ist und bleibt ein wichtiger Baustein dieser Strategien.

Goldpreis pro Unze in €, Momentum-Oszillator, 2011 - 2013
Der Abwärtstrend, der Anfang Oktober vorigen Jahres begann, ist gebrochen.
Quelle: Quelle: DecisionPoint

Wie Sie auf dem Chart sehen, hat der Goldpreis in Euro seinen jüngsten Abwärtstrend gebrochen. Gleichzeitig hat auch der Preis-Momentum-Oszillator, den Sie im unteren Teil der Grafik sehen, ein Kaufsignal gegeben. Damit befindet sich das Geld der freien Menschen wohl auf dem Weg zu neuen Allzeithochs.

Wie Sie auf dem Chart sehen, hat der Goldpreis in Euro seinen jüngsten Abwärtstrend gebrochen. Gleichzeitig hat auch der Preis-Momentum-Oszillator, den Sie im unteren Teil der Grafik sehen, ein Kaufsignal gegeben. Damit befindet sich das Geld der freien Menschen wohl auf dem Weg zu neuen Allzeithochs.

Bei Fragen und Diskussionsanregungen freue ich
mich über Ihre Kontaktaufnahme,

Herzliche Grüße,

Ihr

P.S.: Es gibt ein Leben nach dem Euro - allerdings nicht für Eurokraten.