Die große Nervosität am Goldmarkt ist ein gutes Zeichen – Bleiben Sie entspannt

Die Triebfeder der Goldhausse ist völlig intakt

Liebe Leser,

vor dem Hintergrund der Spannungen zwischen den USA und dem Iran ist es vorige Woche bei der Preisfindung am Goldmarkt zu einigen Zuckungen gekommen, die unverhältnismäßig viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben. Dabei hat sich doch immer wieder gezeigt, dass Kursausschläge, die geopolitisch motiviert sind, „kurze Beine“ haben und für den mittel- bis langfristigen Trend weitgehend bedeutungslos sind.

Dennoch haben sowohl amerikanische als auch deutsche Analysten diese Zuckungen zum Anlass genommen, das Ende der jüngsten Aufwärtsbewegung oder sogar der gesamten Goldhausse zu verkünden, da es ja jetzt zu keiner Eskalation zwischen den USA und dem Iran gekommen ist. Ich sehe die Triebfeder der Goldhausse weiterhin in der anhaltend unseriösen Geld- und Staatsschuldenpolitik, deren Ende nicht abzusehen ist. Deshalb bin und bleibe ich sehr bullish für die Edelmetalle und die Minenaktien.

Ein Blick auf den Chart wird Sie beruhigen

Als Börsianer läuft man immer Gefahr, vom Tagesgeschäft so vereinnahmt zu werden, dass man das größere Bild aus den Augen verliert. Mit einem regelmäßigen Blick auf langfristige Charts kann man diese Falle vermeiden.

Der folgende Chart zeigt Ihnen den Verlauf des Goldpreises pro Unze in $ seit 2013. Hier sehen Sie die sehr mächtige Bodenbildung, auf die ich in meinen Analysen immer wieder hingewiesen habe. Mitte 2019 wurde diese Formation mit einem Ausbruch nach oben beendet, womit ein starkes langfristiges Kaufsignal gegeben wurde. Seither sind gerade einmal sieben Monate vergangen, in denen Gold von rund 1.350 $ auf aktuell 1.550 $ gestiegen ist, das heißt um 15%.

Goldpreis pro Unze in $, 2013 bis 2020
Mit dem Ausbruch aus der hier gezeigten Bodenformation wurde ein starkes langfristiges Kaufsignal gegeben. Aus dieser Perspektive gesehen, ist die Goldhausse noch sehr jung.
Quelle: StockCharts

Vor dem Hintergrund der Bodenformation, die das Sprungbrett der anschließenden Hausse darstellt, sind das noch kleine Fische. Die Botschaft dieses Charts ist klar: Wir befinden uns noch immer in der Frühphase einer Hausse mit sehr großem Kurspotenzial, die vermutlich lang anhalten wird. Deshalb sollten Sie sich von der Berichterstattung über kurzfristige Kurskapriolen nicht aus der Ruhe bringen lassen.

Die Bedeutung der Terminmarkt-Spekulation

Ein in den vergangenen Wochen immer wieder zu lesendes Argument, mit dem die Goldbären das Ende der Hausse begründen, ist die Positionierung der Großspekulanten an der US-Terminbörse. Tatsächlich setzt diese Anlegergruppe in großem Umfang auf einen steigenden Goldpreis, während die Hedger die Gegenpositionen halten. Das lasse weitere Kursgewinne nicht zu und signalisiere eine Trendwende.

Nun gibt es aber wichtige Beispiele, in denen die Kurse dieser Argumentation nicht gefolgt sind. Warum ich der Überzeugung bin, dass es auch dieses Mal nicht der Fall sein wird, lesen Sie in der am Montagabend, den 20. Januar erscheinenden Monatsausgabe meines Börsenbriefes Krisensicher Investieren.

Achtung: US-Aktienmärkte extrem heiß gelaufen

Die fundamentale Überbewertung der US-Aktienmärkte hat inzwischen historische Ausmaße angenommen. Sie lässt sich nur noch in einem Atemzug mit den Jahren 1929 und 2000 nennen. Im ersten Fall fielen die Aktienkurse weltweit um 90%, im zweiten brachen der NASDAQ 100 und der DAX um über 70% ein. Eine ähnliche Entwicklung erscheint mir auch dieses Mal unausweichlich.

In den vergangenen Wochen hat eine ganze Flut von Indikatoren Extremwerte angenommen, die eine seltene Überhitzung der Börse anzeigen. Jetzt kommen auch von den Optionsmärkten sehr deutliche Warnsignale. Das deutet darauf hin, dass sehr bald eine größere Korrektur beginnen wird. Ob damit auch das Ende dieser umfassenden Spekulationsblase eingeläutet wird, lässt sich jetzt noch nicht sagen. Nur so viel ist klar: Die kommenden Wochen versprechen sehr wichtig zu werden. Und mit einer Drittelung des S&P 500 Index müssen Sie aufgrund der hohen Überbewertung im Lauf der nächsten Baisse rechnen.

Ich wünsche Ihnen ein fröhliches Wochenende,

Herzliche Grüße,

Ihr

P.S.: Auf einem Zwischenstopp in Berlin habe ich mit Michael Mross ein ausführliches Gespräch über den „Räuberstaat“ und mein neues Buch „Die Wohlstandsvernichter“ geführt. Sie finden den Mitschnitt hier: Link zum Gespräch mit Michael Mross

Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen?

Ein Bundesland mit zwei Wirtschaftsförderungsgesellschaften

Wo sind sie denn nur hingekommen, meine Steuergroschen?
Autor: Gotthilf Steuerzahler

Liebe Leserinnen und Leser,

Einflussnahmen des Staates auf die Wirtschaft haben in Deutschland eine lange Tradition. Durch eine Fülle von Maßnahmen versuchen Bund und Länder, ihre wirtschaftspolitischen Ziele zu erreichen. Da werden Existenzgründungen oder der Mittelstand gefördert, da geht es um die Ankurbelung des Außenhandels oder des Tourismus, um nur einige Felder zu nennen, auf denen der Staat aktiv ist.

Dabei belegen internationale Vergleichsstudien immer wieder, dass sich die Wirtschaft dort am besten entwickelt, wo sich der Staat mit gut gemeinten Eingriffen zurückhält und stattdessen wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen schafft, zum Bespiel im Steuerrecht, bei der Unternehmensgründung und allgemein im Zusammenspiel mit der staatlichen Bürokratie.

Mit der Durchführung ihrer Fördermaßnahmen beauftragen die staatlichen Stellen regelmäßig öffentlich-rechtliche oder auch private Banken sowie eigens zu diesem Zweck gegründete Wirtschaftsförderungsgesellschaften. So verfügt jedes Bundesland in Deutschland über eine eigene Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Aus einem ostdeutschen Bundesland wurde jetzt bekannt, dass dort zusätzlich zu einer bereits vorhandenen Wirtschaftsförderungsgesellschaft eine weitere Gesellschaft mit vergleichbarer Aufgabenstellung gegründet wurde. Diese Doppelstruktur sieht sich – wie nicht anders zu erwarten – zu Recht kritischen Fragen ausgesetzt.

Eine GmbH zur Innovationsförderung wurde 2017 zusätzlich gegründet

Eine schon länger bestehende landeseigene GmbH betreibt mit rund 50 Beschäftigten Wirtschaftsförderung für das betreffende Bundesland, wofür sie Zahlungen im Umfang von 6 Millionen Euro jährlich erhält. Da sollte man doch meinen, dass das ausreichend sei. Im Jahr 2017 wurde von dem Bundesland dann jedoch zusätzlich eine GmbH zur Innovationsförderung gegründet. Das Ausgabenvolumen der Innovationsförderungs-GmbH im Jahr 2018 betrug 1,41 Millionen Euro. Inhaltlich führt die neu gegründete GmbH Ideenwettbewerbe für die Landesregierung und Netzwerktreffen durch, nimmt an Gründermessen teil, betreibt eine Plattform zum Austausch von Gründungsakteuren, organisiert Alumnitreffen, Gründerforen sowie Innovationsforen und soll Gründer kostenfrei bei Existenzgründungen unterstützen. Einnahmen werden von der GmbH nicht erzielt.

Eine Wahrnehmung der Aufgaben durch die bestehende GmbH war nicht gewollt

Durch die Gründung der eigenständigen Innovationsförderungs-GmbH sollte nach dem Willen der Landesregierung ein klarer Akzent auf Innovation, wissensbasierte Gründer und die entsprechenden Kapitalgeber gesetzt werden. Innerhalb der bestehenden Wirtschaftsförderungs-GmbH wären nach Auffassung der Verantwortlichen die notwendige Sichtbarkeit und Flexibilität nicht gegeben gewesen. Auch wäre mit einer geringeren Akzeptanz der Zielgruppen bei einer Integration in die bestehenden Strukturen zu rechnen gewesen. Allein durch das Einstellen neuer Mitarbeiter bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft wären nach Auffassung der Landesregierung die Aufgaben nicht erfüllbar gewesen.

Es entstanden unnötige Aufwendungen

Nach Ansicht von Kritikern wäre die Integration der Innovationsförderungs-GmbH in die Wirtschaftsförderungsgesellschaft unter Kostengesichtspunkten die wirtschaftlichere Variante gewesen. Durch die Schaffung einer weiteren Abteilung bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft wären Aufwendungen für eine weitere Geschäftsführung, Betriebs- und Geschäftsausstattungskosten (Hard- und Softwarebeschaffung, Fahrzeugpool), Kosten aus notwendigen Verträgen (Wartung, Reinigung, Steuerberatung und Abschlussprüfung), Gründungskosten nicht bzw. nicht in vollem Umfang entstanden.

Für die Neugründung bestand keine Notwendigkeit

Die Kritiker kommen zu dem Fazit, dass mit der Innovationsförderungs-GmbH neben der bestehenden GmbH eine zweite Gesellschaft zur Wirtschaftsförderung ohne zwingende sachliche Notwendigkeit gegründet worden sei. Die Gründung der Innovations-GmbH habe auf subjektiven Kriterien und Annahmen beruht, die nicht belegt seien. Mit der Fortführung der Innovationsförderungs-GmbH entstünden weiterhin zusätzliche Aufwendungen. Es handele sich um den Parallelbetrieb von zwei staatlichen Unternehmen mit gleichen Tätigkeitsschwerpunkten.

Die Innovationsförderungs-GmbH soll evaluiert werden

Die Landesregierung hält ihren Kritikern entgegen, dass es neben Förderprogrammen einer Innovationsplattform für Unternehmer, Wissenschaftler und Kapitalgeber bedürfe, um die Innovationskraft und -kultur des Bundeslandes zu stärken, die branchenübergreifende Vernetzung von Innovatoren zu fördern und die Sichtbarkeit des Innovationsstandortes zu erhöhen. Mit der Innovationsförderungs-GmbH sei eine solche Plattform in den letzten Jahren aufgebaut worden.

Trotz dieser wortreichen Rechtfertigungen will die Landesregierung gleichwohl eine Evaluierung der Innovationsförderungs-GmbH in Auftrag geben. Dann wird sich hoffentlich herausstellen, liebe Leserinnen und Leser, dass ein Bundesland nicht über zwei Gesellschaften mit vergleichbarer Aufgabenstellung verfügen sollte, sagt verdrossen

Ihr

Gotthilf Steuerzahler