Draghis neuster Rohrkrepierer: Aktienmärkte brechen ein - Gold steigt- 11.03.2016

Draghis neuster Rohrkrepierer: Aktienmärkte brechen ein - Gold steigt

Der irrwitzige Zentralbankkult der vergangenen Jahre hat den Zenit überschritten

Liebe Leser,

gestern hat die zentralbankgläubige Finanzmarktgemeinde wieder einmal erwartungsvoll auf Mario Draghi und seine EZB geblickt. Obwohl seine bisherigen geldpolitischen Manöver nicht die gewünschte Wirkung entfaltet haben, forderte seine Fangemeinde lautstark mehr. Offenbar hat sich die Erkenntnis noch immer nicht herumgesprochen, dass die von ihm verabreichte Medizin schlicht und einfach die falsche ist, weshalb auch eine höhere Dosierung keine Besserung verspricht.

Auch bei Draghi selbst lässt diese inzwischen doch sehr naheliegende Erkenntnis weiter auf sich warten. In seiner geldpolitischen Verbohrtheit scheint er völlig lernresistent zu sein. Anstatt endlich die richtige Lehre aus dem von der internationalen Geldpolitiker-Nomenklatura angerichteten Schaden zu ziehen, hat er erneut die Dicke Berta in Stellung gebracht und wild drauflosgefeuert. Das Bild der dicken Berta passt perfekt zu dem geldpolitischen Irrsinn der vergangenen Jahre. Wie damals vor Verdun weigern sich die Verantwortlichen auch jetzt wieder, die Realität zu akzeptieren, die gemachten Fehler zu erkennen und eine Umkehr einzuleiten. Stattdessen halten sie an dem eingeschlagenen Weg fest und führen das einfache Volk in die Katastrophe.

Draghi sorgt für das Ende der Bearmarketrally an den Aktienmärkten

Wie Sie inzwischen sicherlich bereits wissen, hat die EZB nicht nur weitere Zinssenkungen bekanntgegeben, sondern auch ihr rechtsbrüchiges Anleihenkaufprogramm ausgeweitet. In Zukunft werden nicht mehr „nur“ 60 Mrd. € pro Monat neu kreiert, um damit Anleihen zu kaufen, sondern 80 Mrd. €, ein Mehr von stattlichen 33%.

Als Draghi im Frühjahr 2015 das ursprüngliche EZB-Anleihenkaufprogramm auf den Weg brachte, konnte man überall lesen, wie bullish diese Maßnahme für den Aktienmarkt sei. Daraufhin zeigte ich den Lesern meines Börsenbriefes Krisensicher Investieren einen Chart, der den Kursverlauf des DAX seit 2007 darstellt und dazu die großen Veränderungen der EZB-Bilanzsumme während dieser Jahre. Da diese Anleihenkäufe zu einem entsprechenden Anstieg der EZB-Bilanzsumme führen, gibt ein Blick auf die EZB-Bilanz nämlich einen sehr guten Eindruck von dem tatsächlichen Ausmaß geldpolitischer Maßnahmen.

Werfen Sie nun einen Blick auf die aktualisierte Version dieses Charts. Wie Sie sehen, zeigt sich hier ein erstaunlich deutlicher Zusammenhang zwischen den Veränderungen der Bilanzsumme und dem Verlauf des DAX. Allerdings ist dieser Zusammenhang genau andersherum als landläufig behauptet wird.

DAX und Veränderungen der EZB-Bilanzsumme, 2007 bis 2016
Der Zusammenhang zwischen Veränderungen der EZB-Bilanzsumme und des DAX ist nicht so einfach wie landläufig behauptet wird.
Quelle: Quelle: www.krisensicherinvestieren.com

Im März 2015 lautete mein Fazit: Wenn sich diese vielleicht überraschende, aber sehr klare Korrelation zwischen DAX und EZB-Bilanzsumme fortsetzen sollte, dann muss man zu dem Ergebnis kommen, dass dem DAX schon bald sehr schwere Zeiten bevorstehen.

Tatsächlich hat der DAX kurze Zeit später sein zyklisches Hoch von 12.400 Punkten erreicht. Danach ging es, wie Sie sehen, deutlich abwärts. Jetzt gehe ich davon aus, dass der neuste Rohrkrepierer Draghis das Ende der Baermarketrally des DAX eingeleitet hat, die Mitte Februar begonnen hat. Stellen Sie sich in den kommenden Wochen auf weitere Kursrückgänge ein.

Im März 2015 lautete mein Fazit: Wenn sich diese vielleicht überraschende, aber sehr klare Korrelation zwischen DAX und EZB-Bilanzsumme fortsetzen sollte, dann muss man zu dem Ergebnis kommen, dass dem DAX schon bald sehr schwere Zeiten bevorstehen.

Tatsächlich hat der DAX kurze Zeit später sein zyklisches Hoch von 12.400 Punkten erreicht. Danach ging es, wie Sie sehen, deutlich abwärts. Jetzt gehe ich davon aus, dass der neuste Rohrkrepierer Draghis das Ende der Baermarketrally des DAX eingeleitet hat, die Mitte Februar begonnen hat. Stellen Sie sich in den kommenden Wochen auf weitere Kursrückgänge ein.

Zentralbankmachenschaften sind zusätzlicher Treibstoff für die Goldhausse

Während die geldpolitischen Machenschaften von Draghi und Konsorten für die Aktienmärkte offenbar bearish sind, werden sie wahrscheinlich die noch junge Goldhausse zusätzlich befeuern. Dabei sehe ich allerdings keinen direkten Zusammenhang zwischen den Anleihenkäufen der EZB und der Höhe des Goldpreises. Die für Gold bullishe Botschaft besteht vielmehr im Versagen der unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen der vergangenen Jahre, die nach und nach auch der eifrigste Anhänger des Zentralbankkults erkennen wird.

Im gleichen Maße, in dem das Versagen der Zentralbanken wahrgenommen wird, werden die Anleger nach Mitteln und Wegen suchen, mit denen sie sich vor den Folgen dieser kurzsichtigen und verantwortungslosen Politik schützen können. Und der beste Schutz vor wild gewordenen Zentralbankern und Regierungen, denen der Staatsbankrott droht, ist und bleibt Gold.

Die Goldhausse hat begonnen: Nutzen Sie die Gelegenheit

Wie wir auch an dieser Stelle schon geschrieben haben, signalisieren unsere Modelle und Indikatoren, dass wir uns am Beginn einer großen Goldhausse befinden. Erstmals seit 2011 hat auch unser Krisensicher Investieren Preisbänder-Indikator wieder eine generell bullishe Konstellation angenommen.

Dieser Indikator hat uns schon in den Jahren 2001 bis 2011 hervorragende taktische Dienste beim Kauf und Verkauf von Goldminenaktien geleistet. Wir sind sicher, dass er das auch in den kommenden Jahren der Goldhausse wieder tun wird. Lassen Sie sich die großartigen Chancen der kommenden Monate und Jahre nicht entgehen. Testen Sie noch heute meinen Börsenbrief Krisensicher Investieren – 30 Tage kostenlos.

Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende. Bis nächsten Freitag.

Herzliche Grüße,

Ihr

P.S.: Bedenken Sie, jetzt ist die Zeit für den Kauf neuer Short-Positionen gekommen, mit denen Sie an fallenden Aktienkursen verdienen.

Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen?

Der Staat und die Akten der Notare

Wo sind sie denn nur hingekommen, meine Steuergroschen?
Autor: Gotthilf Steuerzahler

 

Liebe Leserinnen und Leser,

manche Berufsgruppen schaffen es, kostenträchtige Pflichten auf die Allgemeinheit abzuwälzen. Ein Beispiel hierfür sind die Notare. Nach Beendigung ihrer Berufstätigkeit bewahrt der Staat die Akten der Notare viele Jahre lang zu hohen Kosten auf. Können die Notare diese Aufgabe nicht selbst übernehmen, fragt man sich da.

Notare sind Freiberufler, sie werden von den Justizverwaltungen der Länder als Träger eines öffentlichen Amtes für Tätigkeiten auf dem Gebiet der vorsorgenden Rechtspflege bestellt. Bei ihrer Amtsausübung sind die Notare zur Unabhängigkeit und Unparteilichkeit verpflichtet. Dies unterscheidet sie von den Rechtsanwälten, welche die Interessen ihrer Mandanten wahrzunehmen haben. Die Zahl der Notare in Deutschland beträgt derzeit etwas mehr als 7000. Rund zwanzig Prozent sind hauptberufliche Notare, rund achtzig Prozent sind sogenannte Anwaltsnotare, die zugleich als Anwalt zugelassen sind.

Notare erheben für ihre Amtstätigkeit gesetzlich festgesetzte Gebühren und tragen das wirtschaftliche Risiko ihrer Tätigkeit selbst. Notare haben viele verschiedene Aufgaben wahrzunehmen. Bei zahlreichen Transaktionen des Geschäfts- und Wirtschaftslebens, aber auch im persönlichen und privaten Bereich schreibt das Gesetz ihre Mitwirkung vor. Dabei entstehen Urkunden in großer Zahl.

Die Amtsgerichte müssen die Notariatsakten hundert Jahre lang aufbewahren

Was geschieht nun mit diesen vielen Urkunden, wenn der Notar altersbedingt oder aus sonstigen Gründen seine Tätigkeit beendet? Für diesen Fall ist geregelt, dass ein Amtsgericht die Notariatsakten übernimmt. Früher konnten die Amtsgerichte die Notariatsakten nach einer Verwahrfrist von dreißig Jahren an das jeweilige Staatsarchiv abgeben, da es sich um dauerhaft aufzubewahrendes Schriftgut handelte. Seit dem Jahr 2004 sind Notariatsakten jedoch nicht mehr dauerhaft, sondern nur noch hundert Jahre lang aufzubewahren. Die Möglichkeit, sie an das Staatsarchiv abzugeben, besteht nicht mehr. Auf die Amtsgerichte kommen durch die längere Aufbewahrungsfrist erhebliche Belastungen zu.

Ein enormer Raumbedarf für die Lagerung zeichnet sich ab

Im Rahmen einer Untersuchung im Bundesland Nordrhein-Westfalen wurde festgestellt, dass dort jährlich 15.000 Aktenordner an notariellen Urkunden entstehen. Bei einer Aufbewahrungsfrist von hundert Jahren, so wurde errechnet, müssten letztlich 1,5 Millionen Aktenordner in einer Länge von 125 Kilometern verwahrt werden. Dieses Szenario würde allerdings nicht erst nach hundert Jahren eintreten, sonders bereits sehr viel früher, da die Amtsgerichte jetzt schon erhebliche Bestände an notariellen Urkunden in Verwahrung haben. Ein enormer Raumbedarf wäre für die Lagerung nötig.

Überdies müssen die Gerichte bei der Übernahme von Notariatsakten eine Vollständigkeitsprüfung durchführen und Unterlagen mit erbrechtlichem Bezug aussortieren. Diese Unterlagen werden an die Nachlassabteilung des Gerichts weitergeleitet und dort gesondert verwahrt. Der Zeitbedarf für die Übernahme der Akten ist erheblich. In Nordrhein-Westfalen fallen derzeit für diese Aufgabe jährlich 15.000 Arbeitsstunden an, was Personalkosten von rund 400.000 Euro entspricht.

Warum sorgen die Notare nicht selbst für die Aufbewahrung?

Angesicht dieser Kostendimension entstand vor einigen Jahren unter den Justizministern der Länder eine Diskussion darüber, ob es wirklich Aufgabe des Staates sei, die Akten der Notare hundert Jahre lang aufzubewahren. Sollen die Notare doch selbst für die langfristige Aufbewahrung ihrer Akten sorgen, so hieß es, schließlich erhalten sie Geld für ihre beurkundende Tätigkeit. Diese Auffassung setzte sich schließlich bei den Justizministern durch.

Dem kann man nur zustimmen, auch andere Berufsgruppen müssen selbst dafür sorgen, dass bestimmte Unterlagen wie zum Beispiel Baupläne oder wichtige Verträge langfristig aufbewahrt werden. Staatliche Stellen übernehmen diese Aufgabe nicht.

Ein elektronisches Urkundenarchiv ist geplant

Im Jahr 2006 hieß es, dass eine länderübergreifende Arbeitsgruppe unter Beteiligung der Notarkammern eine Lösung für die Aktenaufbewahrung erarbeiten werde. Etwas später war dann von Seiten der Justizminister zu hören, dass notarielle Urkunden zukünftig elektronisch archiviert werden sollen. Die Arbeitsgruppe werde bis zum Jahr 2008 ein Ergebnis im Hinblick auf die erforderlichen Rechtsänderungen und die technische Umsetzung vorlegen.


Jetzt schreiben wir das Jahr 2016, und das geplante zentrale elektronische Urkundenarchiv, das bei der Bundesnotarkammer geführt werden soll, ist immer noch nicht fertig. Nach wie vor werden die Notariatsakten an die Amtsgerichte abgegeben und dort aufbewahrt. Es muss sich um ein sehr komplexes IT-Verfahren handeln, dass die Fertigstellung so lange auf sich warten lässt. Aber letztlich wird es das Ende der papiernen Aktenflut bedeuten.

In unserem Nachbarland Österreich gibt es übrigens bereits seit dem Jahr 2000 ein zentrales elektronisches Urkundenarchiv der Notare. Es wurde von einer deutschen Firma entwickelt. Das System hätte man möglicherweise für Deutschland übernehmen können. Aber nein, das wäre ja viel zu einfach gewesen! Da warten wir lieber noch ein paar Jahre ab, bis unsere IT-Lösung wirklich perfekt ist. Und in der Zwischenzeit trägt weiterhin die Staatskasse die Kosten für die Verwahrung der Notariatsakten. Wenn das kein Grund zur Verärgerung ist, liebe Leserinnen und Leser, sagt verstimmt

Ihr

Gotthilf Steuerzahler