Krisenspirale dreht sich weiter - 23.10.2015

Krisenspirale dreht sich weiter 

Irre Zentralbanker-Logik: Probleme, die durch Gelddrucken entstehen, sollen durch noch mehr Gelddrucken gelöst werden

Liebe Leser,

seit Ende der 90er Jahre befindet sich die Welt in einer regelrechten Spekulationsblasen- und Krisenspirale. Deren Mechanismus ist folgender: Die Zentralbanken sorgen mit einer ultra-expansiven Geldpolitik für die Entstehung einer Spekulationsblase. Die Blase platzt, und die negativen Folgen werden spürbar. Diese Folgen bekämpfen die Zentralbankbürokraten mit derselben Politik, die zu der gerade geplatzten Blase geführt hat, allerdings müssen sie die Dosis erhöhen, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Das Ergebnis ist die Entstehung einer noch größeren Blase, deren unvermeidliches Platzen dann noch schlimmere Folgen hat, usw.

Wir befinden uns inzwischen in der dritten Umdrehung dieser geldpolitischen Krisenspirale. Die erste Umdrehung war die große Aktienblase Ende der 90er Jahre, die im Jahr 2000 platzte. Damals waren übrigens nur die als „New Economy“ bezeichneten Sektoren betroffen. Andere Teile des Marktes waren hingegen neutral und einige sogar unterbewertet.

Wild gewordene Zentralbanker stecken hinter der Krisenspirale

Ohne die für damalige Verhältnisse massiven Gegenmaßnahmen der Notenbanken wäre es zwar zu einer schweren, aber durchaus erträglichen Rezession gekommen. Mehr nicht. Aber Politik und Geldpolitik wollten das unter allen Umständen verhindern. Deshalb fuhren sie schwere geld- und staatsschuldenpolitische Geschütze auf und bereiteten den Boden für die nächste Blase.

So kam es zur zweiten Umdrehung der Krisenspirale, die von der vielleicht größten Immobilienblase aller Zeiten geprägt war und von einer Echoblase an den Aktienmärkten begleitet wurde. Diese Blase platzte in 2007. Da die Ungleichgewichte und Fehlentwicklungen viel größer waren als im Jahr 2000, kam es dieses Mal trotz sofort erfolgter und ganz massiver geldpolitischer Eingriffe zu einer sehr schweren Rezession. Außerdem war das Großbankensystem de facto Pleite und das gesamte Finanzsystem stand plötzlich auf der Kippe.

Wieder fiel die Antwort der Verantwortlichen genauso aus wie zuvor: Staatsverschuldung und ultra-expansive Geldpolitik. Allerdings wurde die Dosis noch einmal massiv erhöht. Es folgte der schwächste und künstlichste Wirtschaftsaufschwung aller Zeiten, während im Hintergrund massive Fehlentwicklungen und Ungleichgewichte entstanden, die um ein Vielfaches größer sind als bei den vorangegangenen Episoden.

Die nächste Krise wird noch heftiger ausfallen, …

Im Zentrum dieser dritten Umdrehung der Krisenspirale befindet sich eine allumfassende Anleihenblase, die ebenfalls von einer Echoblase an den Aktienmärkten begleitet wird. Der folgende Chart zeigt Ihnen die US-Aktienmarktkapitalisierung im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP), eine von Warren Buffet favorisierte fundamentalanalytische Kennzahl zur Bewertung des Aktienmarktes. Wie Sie sehen, ist die Überbewertung derzeit erheblich größer als im Jahr 2007. Anhand einiger anderer, hier nicht gezeigten Kennzahlen ist die aktuelle Überbewertung sogar größer als im Jahr 2000. Denn im Unterschied zu damals geht die aktuelle Aktienblase sehr viel mehr in die Breite und hat nahezu alle Sektoren gleichermaßen erfasst.

Das Ausmaß und die Dauer der aktuellen Blase lassen vermuten, dass die Fehlentwicklungen und Ungleichgewichte noch sehr viel größer sind als in 2007. Schon deshalb befürchte ich, dass die Zentralbankbürokraten mit dem erneuten Drehen an der Krisenspirale eine Krise vorbereitet haben, die alles bisher Gesehene in den Schatten stellen wird.

US-Aktienmarktkapitalisierung im Verhältnis zum US-BIP, 1950 bis 2015
Die fundamentale Überbewertung des US-Aktienmarktes war nur Anfang 2000 noch etwas höher als heute.
Quelle: Quelle: St. Louis Fed

Darüber hinaus gibt es aber noch ein weiteres gewichtiges Argument: Die meisten Probleme, die im Anschluss an die Krise der Jahre 2007 bis 2009 sichtbar wurden, wurden nicht etwa gelöst, sondern bestehen unvermindert weiter. Aufgrund der politischen Weichenstellungen der vergangenen Jahre sind sie heute sogar größer als je zuvor.

Schauen Sie sich diesen wichtigen Punkt noch einmal etwas genauer an. Denn mehr noch als Ausmaß und Dauer der aktuellen Spekulationsblase legt dieser Punkt die Vermutung nahe, dass mit dem Platzen der aktuellen Blase eine schlimmere Krise ausgelöst wird als die des Jahres 2008.

Darüber hinaus gibt es aber noch ein weiteres gewichtiges Argument: Die meisten Probleme, die im Anschluss an die Krise der Jahre 2007 bis 2009 sichtbar wurden, wurden nicht etwa gelöst, sondern bestehen unvermindert weiter. Aufgrund der politischen Weichenstellungen der vergangenen Jahre sind sie heute sogar größer als je zuvor.

Schauen Sie sich diesen wichtigen Punkt noch einmal etwas genauer an. Denn mehr noch als Ausmaß und Dauer der aktuellen Spekulationsblase legt dieser Punkt die Vermutung nahe, dass mit dem Platzen der aktuellen Blase eine schlimmere Krise ausgelöst wird als die des Jahres 2008.

… und ihr baldiger Beginn kündigt sich immer deutlicher an

In unserer am 19. Oktober 2015 erschienenen Krisensicher Investieren Monatsausgabe zeigen wir Ihnen, dass die Wahrscheinlichkeit einer demnächst beginnenden Rezession in den USA auf über 70% gestiegen ist. Der nächste Härtetest des Finanzsystems wird also nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen. Bereiten Sie sich darauf vor, damit Sie in den kommenden Monaten und Jahren zu den wenigen Gewinnern gehören, die es natürlich auch in Zeiten von Rezession und Aktienbaisse gibt. Bedenken Sie, in diesen Zeiten wird das wirklich große Geld gemacht. Testen Sie noch heute Krisensicher Investieren 30 Tage kostenlos.

Während sich die Aktienmärkte halbieren, werden Gold und Silber steigen

Im Moment deutet alles darauf hin, dass sich die US-Weltleitbörse am Beginn einer Baissephase befindet, die sehr heftig ausfallen wird. In der Krisensicher Investieren Oktober-Ausgabe und unserer aktuelle Themenschwerpunkt-Ausgabe „Baisse an den Aktienmärkten und ihre Verstärker – Crash-Gefahr größer denn je“ begründe ich ausführlich, warum Sie sich jetzt auf eine Halbierung der Aktienmärkte einstellen sollten – mindestens – und wie Sie sogar davon profitieren können.

Während die Party an den Aktienmärkten zu Ende geht, spricht bei den Edelmetallen alles für den Beginn einer ausgeprägten Hausse: Die fundamentalen Rahmenbedingungen, bestehend aus einer völlig unseriösen Geld- und Staatsschuldenpolitik, sind extrem bullish für Gold. Und wenn die Weltwirtschaft tatsächlich eine Rezession erlebt, wird diese irrwitzige Politik sogar noch extremistischer werden als sie ohnehin schon ist. Dann werden mehr und mehr Anleger erkennen, wie groß die Probleme des Finanzsystems sind, die von den Zentralbanken sehenden Auges heraufbeschworen wurden. Dann wird eine anhaltende Flucht aus zunehmend fragwürdiger werdenden Zahlungsversprechungen in Gold und Silber stattfinden. Konkrete Investmentempfehlungen habe ich für Sie in Krisensicher Investieren. Jetzt 30 Tage kostenlos testen.


Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende.

Herzliche Grüße,

Ihr

P.S.: Am 5. und 6. November findet in München die Edelmetallmesse statt. Besuchen Sie uns an unserem Krisensicher Investieren Messestand (Standnummer 20).

Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen?

Braucht die Bundeswehr wirklich einen eigenen Fernsehsender?

Wo sind sie denn nur hingekommen, meine Steuergroschen?
Autor: Gotthilf Steuerzahler

 

Liebe Leserinnen und Leser,

wir erleben es zurzeit schmerzlich, dass den Spitzen unserer Regierung jegliches Verständnis für die Kosten gut gemeinter Entscheidungen fehlt. Vergleichbares gibt es hierzulande auch im Kleinen: Man will Gutes tun, kümmert sich aber nicht um preiswerte Lösungen und verschwendet so ohne Sinn und Verstand hart erarbeitete Steuergelder!

Jüngst wurde ein solcher Fall aus dem Bereich der Bundeswehr bekannt, über den man nur den Kopf schütteln kann. Im Kern geht es darum, ob die Bundeswehr einen eigenen Fernsehsender für die deutschen Soldaten im Auslandseinsatz braucht. Eine wichtige Rolle spielt in diesem Zusammenhang die Frage, ob sich die Soldaten über Sportereignisse in der Heimat informieren können, sprich: die Spiele der Fußballbundesliga sehen können.

Auslandseinsätze der Bundeswehr gab es mehrfach in der Vergangenheit und gibt es auch derzeit in erheblichem Umfang. Aktuell sind jeweils mehrere Hundert deutsche Soldaten im Kosovo, in der Türkei, am Horn von Afrika und in Afghanistan eingesetzt. Es steht außer Frage, dass die Soldaten im Auslandseinsatz mit Fernsehen aus Deutschland versorgt werden sollten. Aber muss die Bundeswehr für diesen Zweck einen teuren Fernsehsender betreiben? Es gibt doch heutzutage so viele technische Möglichkeiten, die ungleich günstiger sind.

BundeswehrTV wird von den Soldaten kaum genutzt

Seit dem Jahr 2002 verfügt die Bundeswehr über einen Fernsehsender, genannt BundeswehrTV. Bereits unmittelbar nach dem Sendebeginn entschied das Verteidigungsministerium, BundeswehrTV in die Einsatzgebiete im Ausland auszustrahlen. Ob ein Bedarf hierfür bestand, wurde zunächst nicht untersucht. Einige Jahre später ergab eine Analyse, dass 80 Prozent der befragten Soldaten deutschsprachige Sender im Auslandseinsatz empfangen konnten. BundeswehrTV nutzten sie dagegen eher selten. Eine erneute Analyse aus jüngerer Zeit ergab, dass inzwischen 93 Prozent der Soldaten im Ausland deutschsprachige Fernsehsender empfangen können.

Zunächst produzierte BundeswehrTV Nachrichtensendungen und Reportagen zu Bundeswehrthemen. Nach einigen Jahren wurde auf selbst produzierte Sendungen verzichtet. Seitdem werden hauptsächlich Spielfilme ausgestrahlt, hinzu kommen Reportagen, die für den YouTube-Kanal der Bundeswehr hergestellt worden sind, sowie von dritter Seite übernommene Nachrichten- und Sportsendungen.

Hohe Kosten für BundeswehrTV

Alles in allem hat die Bundeswehr seit 2002 mindestens 50 Millionen Euro für BundeswehrTV ausgegeben, unter anderem für teure Sendetechnik. Ausgaben von weiteren 30 Millionen sind für die nächsten zehn Jahre geplant. Dabei war ein Bedarf für ein eigenes Bundeswehr-Fernsehen nie gegeben. Die gesendeten Spielfilme standen allen Dienststellen der Bundeswehr in Form von DVDs ohnehin zur Verfügung. Nachrichten und Sportsendungen können fast alle Soldaten im Auslandseinsatz über deutschsprachige Fernsehsender empfangen. Die Reportagen der Bundeswehr sind im Internet verfügbar.

Nach Auffassung von Kritikern hätte das Verteidigungsministerium - soweit in bestimmten Gebieten erforderlich - Satelliten, Kabel- oder Funknetze nutzen können, um deutschsprachiges Fernsehen zu übertragen. Außerdem gebe es private Dienstleister, die deutsche Fernsehsender gegen Entgelt im Ausland anbieten. Überdies habe das Verteidigungsministerium im Jahr 2014 beschlossen, den Soldaten im Auslandseinsatz einen kostenfreien Internetzugang zu ermöglichen. Spätestens wenn die Soldaten unbegrenzt im Internet surfen könnten, seien deutsche Sender weltweit zu empfangen. Ein eigenes Bundeswehrfernsehen sei nicht nötig.

Lizenzrechte sind bei allen Übertragungswegen zu beachten

Das Verteidigungsministerium hat gegen diese Kritik eingewandt, in bestimmten Einsatzgebieten sei kein deutschsprachiger Sender kostenfrei zu empfangen. Außerdem sei deutschen Fernsehsendern aus lizenzrechtlichen Gründen die Ausstrahlung von sportlichen Großereignissen außerhalb des Sendegebiets nicht erlaubt. Auch beim Internetfernsehen seien Lizenzrechte zu beachten, überdies könne eine ausreichende Bandbreite nur mit hohem finanziellem Aufwand bereitgestellt werden. Soldaten in den Einsatzgebieten Asiens und Afrikas hätten deshalb ohne BundeswehrTV keine Möglichkeit, bestimmte Sportwettbewerbe zu verfolgen.

Dazu ist zu sagen, dass lizenzrechtliche Bestimmungen bei allen Übertragungswegen zu beachten sind. Wenn sie gegebenenfalls Zahlungsverpflichtungen nach sich ziehen, gilt dies auch bei BundeswehrTV. Im Übrigen hat die Bundeswehr bei sportlichen Großereignissen selbst für Übertragungen unabhängig von BundeswehrTV gesorgt. So waren beispielsweise die olympischen Sommerspiele 2012 über ein bundeswehreigenes Satellitenkommunikationssystem zu empfangen.

Alternative Möglichkeiten wurden nicht geprüft

Letztlich ist dem Verteidigungsministerium vorzuwerfen, dass es sich ausschließlich auf das BundeswehrTV konzentriert und dafür viel Geld ausgegeben hat. Über Jahre hinweg zog es Alternativen nicht Betracht, selbst wenn diese im Einsatzland längst vorhanden waren.

Aber wir sind es ja gewohnt, dass in dieser Republik Alternativen nicht gerne diskutiert und gegen einander abgewogen werden. In konkreten Fall wäre zu wünschen, dass das Verteidigungsministerium angesichts der geäußerten Kritik nicht alternativlos an seinem BundeswehrTV festhält. Dann blieben uns, liebe Leserinnen und Leser, weitere Kosten für diesen völlig überflüssigen Sender erspart. Dass sich preiswertere Lösungen wenigstens dieses Mal durchsetzen, darauf hofft unverdrossen

Ihr

Gotthilf Steuerzahler