Der aktuelle Marktkommentar von Claus Vogt

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Sie wollen Woche für Woche wissen, was an den Märkten wirklich vor sich geht und hinter die Kulissen schauen? Claus Vogt nimmt kein Blatt vor den Mund und scheut sich nicht, auch unangenehme Wahrheiten auszusprechen. Er selbst versteht sich als radikal liberal denkender Mensch und hat die Entwicklungen der vergangenen Jahre - wie das Platzen der Aktien- und Immobilienblase, die Euro- und Staatsschuldenkrise sowie die maßlos inflationäre Antwort der Zentralbankbürokraten - schon lange vorhergesehen.

Zentralbanker in der Falle - US-Frühindikatoren deuten auf einen Abschwung hin

Gigantische Konjunkturprogramme laufen aus

Liebe Leser,

makroökonomische Frühindikatoren helfen Ihnen dabei, Wendepunkte des Konjunkturzyklus zu erkennen. Die besseren dieser Indikatoren basieren auf einer Vielzahl von Komponenten, um möglichst alle relevanten Sektoren und auch das Geschehen an den Finanzmärkten zu erfassen. In den USA haben die meisten dieser breit angelegten Kennzahlen und Prognosemodelle, unbemerkt von den meisten Anlegern, die von immer weiter steigenden Aktienkursen ausgehen, in der Zeit von März bis Mai dieses Jahres nach unten gedreht und sind seither deutlich gefallen.

Trotz dieser klaren Hinweise auf eine konjunkturelle Abschwächung prognostizieren die meisten Volkswirte und Zentralbanker ein fortgesetzt hohes Wirtschaftswachstum. Wo dieses Wachstum herkommen soll, wenn die gigantischen Konjunktur- und Hilfsprogramme der vergangenen anderthalb Jahre auslaufen, wie von der FED für Ende August beim Meeting in Jackson Hole angekündigt, erschließt sich mir hingegen nicht. Schließlich basierte der Aufschwung der vergangenen Monate ausschließlich auf riesigen Staatsausgaben in Billionenhöhe, denen eine ebenso gigantische Zunahme der Staatsverschuldung gegenübersteht.

Fallende Zinsen und Warnsignale für die Börse

Von den Finanzmärkten, die in normalen Zeiten ebenfalls Frühindikatoren für den Verlauf der Realwirtschaft sind, kommen ebenfalls zunehmend Warnsignale. Beispielsweise sind die Anleihenzinsen seit März dieses Jahres wieder deutlich gesunken, obwohl die Zentralbanken ihre Anleihenkäufe nicht ausgeweitet haben. Auch das deutet auf eine konjunkturelle Abschwächung hin.

An den Aktienmärkten ist es in den letzten Wochen ebenfalls zu bedenklichen Veränderungen gekommen, die charakteristisch sind für die letzte Phase einer Hausse. Bei wichtigen Kennzahlen wie beispielsweise diversen Versionen der Advance-Decline-Linie haben sich jetzt negative Divergenzen gebildet, die Marktbreite hat stark abgenommen, während Sentiment- und Spekulationsindikatoren Extremwerte angenommen haben.

S&P 500 (oben) und Advance-Decline-Linie (unten), 2019 - 2021
Dieser wichtige Indikator hat die jüngsten Hochs des S&P 500 nicht mehr bestätigt, eine typische Entwicklung in der Endphase einer Hausse.
Quelle: StockCharts.com

Zentralbanken, Spekulationsblasen und Staatsbankrotte

Die Zentralbanker der Fed und der EZB haben bereits klargestellt, dass sie auf absehbare Zeit nichts gegen die relativ stark gestiegene Inflation unternehmen werden: In den USA zeigte der Konsumentenpreisindex im Juni eine Geldentwertung von 5,4%, während in Deutschland die Erzeugerpreise um 8,5% nach oben geschossen sind. Das sind alarmierende Größenordnungen, die in früheren Zeiten immer eine geldpolitische Reaktion hervorgerufen hätten.

Doch diese Zeiten sind vorbei, da sich die Zentralbanker mit ihrer jahrelangen ultralaxen Geldpolitik selbst in die Bredouille gebracht haben. Sie haben riesige Spekulationsblasen an den Aktien-, Renten- und Immobilienmärkten erzeugt, die bei einer Zinserhöhung sofort platzen und eine schwere Krise auslösen würden. Darüber hinaus haben sie die gigantische Staatsverschuldung ermöglicht, die inzwischen Größenordnungen erreicht hat, die bei höheren Zinsen zu Staatsbankrotten führen.

Vor diesem Hintergrund erscheint die Rückkehr zu einer auch nur halbwegs seriösen Geldpolitik nahezu ausgeschlossen. Das gilt umso mehr, wenn die Frühindikatoren Recht behalten sollten und eine Abkühlung der Konjunktur beginnt. Deshalb sollten Sie Ihr Vermögen gegen diese geldpolitischen Machenschaften absichern.

Das spricht für Gold und andere Inflationsschutz-Investments

Für die Zukunft der Geldwertstabilität sind das sehr schlechte Nachrichten. Das gilt umso mehr, da es bedeutende Veränderungen am globalen Arbeitsmarkt gegeben hat, die für höhere Inflationsraten sprechen. Diesen sehr wichtigen Aspekt haben wir in unserer aktuellen Themenschwerpunkt-Ausgabe „Inflation – Trendwende am globalen Arbeitsmarkt erzeugt Inflationsdruck“ ausführlich diskutiert.

Für Gold sind inflationäre Entwicklungen und die absehbare Fortsetzung der unseriösen Geld- und Staatsschuldenpolitik hingegen gute Nachrichten. Gold ist und bleibt der beste Weg, um sich vor Geldentwertung, Staatsbankrotten und Bankenpleiten zu schützen.

An den Aktienmärkten dürfte es in den kommenden Monaten wieder sehr spannend und turbulent werden. Informieren Sie sich auf höchstem Niveau mit meinem Börsenbrief Krisensicher Investieren und erfahren Sie, mit welchen Aktien Sie auch in inflationären Zeiten profitieren. Mein Börsenbrief Krisensicher Investieren – jetzt 30 Tage kostenlos testen.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende,

Herzliche Grüße,

Ihr

P.S.: Die Bedeutung des Börsengangs des umstrittenen Discountbrokers Robinhood lesen Sie in der am 27. Juli 2021 erscheinenden August-Ausgabe von Krisensicher Investieren.

Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen?

Schuldenmachen in Zeiten von Corona

Wo sind sie denn nur hingekommen, meine Steuergroschen?
Autor: Gotthilf Steuerzahler

Liebe Leserinnen und Leser,

ausgelöst durch die Corona-Pandemie haben Bund und Länder ihre Verschuldung massiv ausgeweitet. Nicht alles, was derzeit aus Schulden finanziert wird, die ausdrücklich zur Bewältigung der Corona-Pandemie aufgenommen wurden, hat allerdings mit der Corona-Krise zu tun. Dies belegt ein aktueller Bericht aus einem norddeutschen Bundesland.

Zu Beginn der Pandemie hatte sich das Bundesland auf die Sicherstellung der Gesundheitsversorgung sowie die Leistung von Soforthilfen konzentriert. Im Sommer 2020 entschieden die Verantwortlich dann, ein eigenes Konjunktur- und Krisenpaket zur Bekämpfung der Corona-Pandemie aufzulegen. In zwei Nachtragshaushalten stellte das Land zusätzlich insgesamt 9,8 Milliarden Euro bereit, hiervon 8,8 Milliarden Euro kreditfinanziert. Die Neuverschuldung wurde durch die Berufung auf Ausnahmeklauseln im verfassungsrechtlich verankerten Verschuldungsverbot möglich. Die Landesverfassung lässt nämlich eine Neuverschuldung zur Abwendung einer Naturkatastrophe oder einer außergewöhnlichen Notsituation zu.

Weiterhin erlaubt die Landesverfassung eine Kreditaufnahme im Fall eines konjunkturellen Einbruchs. Das Land nahm im Rahmen der Nachtragshaushalte beide Ausnahmetatbestände in Anspruch. Für den Haushalt 2021 ist erneut eine konjunkturbedingte Kreditaufnahme vorgesehen. Gemäß der aktuellen Mittelfristigen Finanzplanung rechnet die Landesregierung auch für die Jahre 2022 und 2023 mit einer zusätzlichen Neuverschuldung.

Die Maßnahmen müssen durch die Pandemie veranlasst sein

Die Mittel, die unter Inanspruchnahme der Ausnahmetatbestände der Landesverfassung kreditfinanziert wurden, unterliegen jedoch einer besonderen verfassungsrechtlichen Zweckbindung. Die Maßnahmen müssen gerade wegen der Pandemie erforderlich geworden sein, d. h. die Pandemie muss Anlass für ihre Durchführung sein. Für den Fall, dass die Maßnahmen zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgewirkungen dienen, ist dabei auch der Nachweis zu erbringen, dass der unterstützte oder geförderte Bereich tatsächlich von den Auswirkungen der Pandemie betroffen ist.

Ein Bezug zur Corona-Krise fehlte vielfach

Bei vielen der in dem Krisen- und Konjunkturprogramm enthaltenen Maßnahmen lagen die Voraussetzungen für eine Kreditfinanzierung jedoch nicht vor. Dazu gehörten beispielsweise seit längerem geplante energetische Sanierungsmaßnahmen für die Hochschulen des Landes. Der Bedarf zur Sanierung der Hochschulgebäude bzw. Gebäudeteile ist seit Jahren bekannt. Die Planungen für zwei Projekte wurden sogar mit der Erstellung von Bauanmeldungen bereits im Jahr 2019 vor Ausbruch der Pandemie aufgenommen. Diese Maßnahmen wiesen somit keinen Pandemiebezug auf.

Die Maßnahmen zur Gebäudesanierung dürften prozyklisch gewirkt haben

Auch Erfordernisse der Konjunkturstabilisierung lassen sich für diese Maßnahmen nicht anführen. Wesentliche Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Umsatz und Beschäftigung im Bauhauptgewerbe konnten bisher nicht beobachtet werden Der für Maßnahmen der energetischen Gebäudesanierung einschlägige Wirtschaftszweig des Handwerks wies im 4. Quartal 2020 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres ein Wachstum von 10,3 Prozent gemessen am Umsatz und von 2,5 Prozent bei den tätigen Personen aus. In Zeiten boomender Baukonjunktur dürften die hier in Rede stehenden energetischen Sanierungsmaßnahmen damit sogar prozyklisch gewirkt haben.

Kreditfinanzierte Programme treten neben bestehende Förderungen

Weiterhin wurde aus dem kreditfinanzierten Krisen- und Konjunkturprogramm ein Betrag von 50 Millionen Euro für die Modernisierung von Mietwohnraum für Studenten zur Verfügung gestellt. Die von der Landesregierung angeführten Ziele der Förderung machen deutlich, dass es darum ging, belegungs- und mietgebundenen Wohnraum zu schaffen und Energie- und Klimaziele im Gebäudebereich zu erreichen. Hierfür gibt es aber bereits reguläre Förderprogramme. Es ist daher nicht nachvollziehbar, dass im Zusammenhang mit der Corona-Krise ein weiteres kreditfinanziertes Programm für diese seit langem bekannten Bedarfe geschaffen wurde.

Die Politik scheint Geschmack am Schuldenmachen zu finden

Die geschilderten Beispiele belegen, dass die kreditfinanzierten Mittel häufig für politisch erwünschte Förderzwecke verwendet werden, die schon seit längerem bestehen, für welche die vorhandene Finanzausstattung jedoch nicht ausreicht. Dies stellt eine Umgehung der Ausnahmeklauseln des Verschuldungsverbots dar. Ohnehin gibt es starke Tendenzen im politischen Raum, die Schuldenbremse für Bund und Länder nach Beendigung der Corona-Krise aufzuweichen oder sogar ganz außer Kraft zu setzen. Die Politik in Deutschland hat wohl schnell wieder Geschmack am dauerhaften Schuldenmachen gefunden. Wollen wir hoffen, liebe Leserinnen und Leser, dass diese Tendenzen sich nicht durchsetzen, sagt sorgenvoll

Ihr

Gotthilf Steuerzahler