Der aktuelle Marktkommentar von Claus Vogt

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Sie wollen Woche für Woche wissen, was an den Märkten wirklich vor sich geht und hinter die Kulissen schauen? Claus Vogt nimmt kein Blatt vor den Mund und scheut sich nicht, auch unangenehme Wahrheiten auszusprechen. Er selbst versteht sich als radikal liberal denkender Mensch und hat die Entwicklungen der vergangenen Jahre - wie das Platzen der Aktien- und Immobilienblase, die Euro- und Staatsschuldenkrise sowie die maßlos inflationäre Antwort der Zentralbankbürokraten - schon lange vorhergesehen.

Gold schlägt Inflation

Liebe Leser,

seit Anfang des Jahres ist der DAX um 13% gefallen, der S&P 500 um 17% und der NASDAQ 100 um 27%. Im Unterschied dazu ist der Goldpreis in Dollar gerechnet um 1% gestiegen und in Euro sogar um 8%.

Im April betrug die Inflationsrate in der Eurozone 7,4%. Für Anleger, die im Euroraum leben und hier ihr Geld verdienen, hat Gold seine wichtige Funktion als Inflationsschutz bisher also erfüllt. Spektakulär ist das zwar nicht. Aber es ist durchaus zufriedenstellend, da Gold in erster Linie dem Vermögenserhalt dient. Deshalb ist es gerade in schwierigen und hochriskanten Zeiten ein Basisinvestment für konservative Anleger.

Das ist ein gutes Zeichen

Trotz dieser positiven Fakten ist die Stimmung unter den Goldanlegern überaus schlecht. Das zeigt sich nicht nur in den Sentimentindikatoren, sondern auch in den Schlagzeilen der Presse. So titelte die FAZ am 18. Mai 2022 in aller Deutlichkeit: „Finger weg vom Gold!“

Dass sich die Presse so weit aus dem Fenster lehnt, ist ein gutes Zeichen. Schließlich sind Journalisten der Massenmedien darauf gepolt, die in der Bevölkerung vorherrschende Stimmung einzufangen und widerzuspiegeln. Anders lassen sich hohe Auflagen kaum erzielen.

Gold schützt Ihr Vermögen

An den Finanzmärkten folgt die Stimmung der großen Mehrheit der Akteure und Berichterstatter den Kursen. Steigende Kurse führen zu einer Zunahme des Börsenoptimismus, während fallende oder stagnierende Kurse das Gegenteil bewirken. Interessanterweise ist die negative Wirkung stagnierender Kurse sogar ausgeprägter als die fallender Kurse.

Weil das so ist, interpretiere ich die bearishe Stimmung in Bezug auf Gold als einen wichtigen Hinweis auf den baldigen Beginn der nächsten Aufwärtswelle des Edelmetallsektors. Das gilt umso mehr, da das in Deutschland vorherrschende Stimmungsbild trotz des Anstiegs des Goldpreises in Euro ebenso gedämpft ist wie in den USA, wo sich der Goldpreis auf dem gleichen Niveau befindet wie am Jahresanfang. Gold wird Ihr Vermögen auch in Zukunft schützen.

Goldpreis pro 100stel Unze in Euro, 2021 bis 2022
Seit Anfang des Jahres ist der Goldpreis in Euro mit 8,5% im Plus, während die Inflationsrate in der Eurozone 7,4% beträgt.
Quelle: stockcharts.com; krisensicherinvestieren.com

Langfristiger Aufwärtstrend des Goldpreises

Passend zu dieser sehr verhaltenen Stimmung gibt es bereits einige weitere Signale, die auf das Ende der Goldpreiskorrektur hinweisen. Beispielweise hat unser Krisensicher Investieren Gold-Preisbänder-Indikator schon ein neues Kaufsignal gegeben. Das gilt auch für einige kurzfristige Momentumindikatoren, während die mittelfristig orientierten sowohl bei Gold als auch bei Silber kurz vor Kaufsignalen stehen.

Für die Fortsetzung des klaren langfristigen Aufwärtstrends des Goldpreises ist es übrigens sehr vorteilhaft, wenn völlig normale und harmlose Korrekturen für eine deutliche Verschlechterung der Stimmung sorgen. Haussen erklimmen eine Wand der Skepsis, lautet das entsprechende Börsenbonmot.

Baisse an den Aktienmärkten

An den Aktienmärkten hat die von Roland Leuschel und mir prognostizierte Baisse inzwischen begonnen. Die immer noch extrem hohe Überbewertung und die Finanzmarktgeschichte deuten auf erhebliche weitere Kursrückgänge hin. Wie Sie in unserem aktuellen Krisensicher Investieren Wochenupdate nachlesen können, haben die hochkapitalisierten Börsenlieblinge der vergangenen Jahre jetzt erst klare Baissesignale gegeben. Sie befinden sich also noch in der Frühphase einer vermutlich starken Abwärtsbewegung.

Als Goldanleger können Sie dem sehr gelassen entgegensehen, da der Goldpreis ein Eigenleben führt, das unabhängig vom Geschehen an den Finanzmärkten ist. Ich gehe davon aus, dass sich der Edelmetallsektor in den kommenden Monaten von den allgemeinen Aktienmärkten abkoppeln und deutlich steigen wird.

Als eine Art Wegweiser mag das Jahr 2001 dienen. Auch damals ging es an den Aktienmärkten deutlich bergab, während der Goldpreis und die Kurse der Minenaktien stark nach oben schossen und eine Hausse begannen, die 10 Jahre dauern sollte. Mehr dazu lesen Sie in meinem Börsenbrief Krisensicher Investieren – jetzt 30 Tage kostenlos.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende,

Herzliche Grüße,

Ihr

P.S.: Auch die Aktien sehr guter Unternehmen können kräftig unter die Räder kommen. In der Baisse von 2000 bis 2003 fiel die Microsoft-Aktie um 65% und Amazon um sage und schreibe 95%.

Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen?

Deutsche Bahn: Keine Trendwende bei der Pünktlichkeit

Wo sind sie denn nur hingekommen, meine Steuergroschen?
Autor: Gotthilf Steuerzahler

Liebe Leserinnen und Leser,

der Bund nimmt als Eigentümer der Deutschen Bahn AG seit Jahren hin, dass viele Züge des Fernverkehrs unpünktlich fahren. Die Bahn legt selbst fest, ab wann ein Zug als verspätet gilt, welche Werte in die Pünktlichkeitsstatistik einfließen und welche Kennzahlen sie über die Pünktlichkeit bekanntgibt.

Standardmäßig weist die Bahn für den Fernverkehr die sogenannte Fünf-Minuten-Pünktlichkeit monatlich auf ihrer Internetseite aus. Danach gilt ein Zug als pünktlich, wenn er seine planmäßige Ankunftszeit um weniger als sechs Minuten überschreitet. Komplett ausgefallene Züge werden bei der Fünf-Minuten-Pünktlichkeit nicht berücksichtigt. Gleiches gilt für Teilausfälle am Anfang oder am Ende einer Zugfahrt; die nicht angefahrenen Bahnhöfe fließen nicht in die Pünktlichkeitsstatistik ein. Selbst umfangreiche Zugausfälle senken somit die Pünktlichkeitsquote nicht.

Im Jahr 2018 hat sich Bahn noch einen weiteren Trick einfallen lassen: Züge, die vor dem Erreichen des Zielbahnhofs eine nicht mehr einholbare Verspätung haben, stoppt die Bahn an einem Zwischenhalt und lässt sie umkehren. Diese verspäteten Züge lässt die Bahn nicht in die Pünktlichkeitsstatistik einfließen.

Pünktlichkeit im Fernverkehr nicht verbessert

Das Bundesverkehrsministerium bezeichnet die Pünktlichkeit des Schienenverkehrs als eine der wichtigsten nicht-monetären Kennzahlen für den Zustand der Bahn. Im Jahr 2011 lag die Pünktlichkeitsquote im Fernverkehr bei 80 Prozent, in den Folgejahren stets darunter. Im Jahr 2020 übertraf die Bahn diesen Wert zwar. Dies war aber teilweise auf Sondereffekte der Pandemie – wie beispielsweise eine geringere Anzahl Reisender sowie Züge – zurückzuführen. Tatsächlich lag die von der Bahn um den Corona-Effekt bereinigte Pünktlichkeit im Jahr 2020 mit 79 Prozent erneut unterhalb des Wertes aus dem Jahr 2011. Insgesamt gelang es der Bahn in den letzten zehn Jahren nicht, die Pünktlichkeit im Fernverkehr zu verbessern.

In Österreich und der Schweiz sind die Pünktlichkeitswerte besser

Das Bundesverkehrsministerium ist sich der Probleme mit der Pünktlichkeit durchaus bewusst. Vor einiger Zeit hat es festgestellte, die Pünktlichkeit in den topographisch und klimatisch schwierigeren Nachbarländern Österreich und Schweiz liege etwa 10 Prozent über dem Wert Deutschlands. In einer internen Auswertung vom Dezember 2021 wird ausgeführt, es sei nicht nachvollziehbar, dass die Deutsche Bahn so weit zurückliege. Um die Pünktlichkeit zu steigern, plant die Bahn, die Abwicklung ihrer Baustellen am Schienennetz zu verbessern. Überdies soll ein veränderter Pflanzenrückschnitt an den Strecken den Schienenverkehr weniger anfällig bei Stürmen und Schneefällen machen.

Zielvereinbarungen mit den Vorständen sorgen nicht für mehr Pünktlichkeit

Die mit den Vorstandsmitgliedern der Bahn getroffenen Vergütungsvereinbarungen stellen ein wesentliches Steuerungsinstrument des Aufsichtsrates dar. Der Public Corporate Governance Kodex des Bundes sieht vor, dass vergütungsrelevante Ziele ambitioniert sein müssen. Das Vergütungssystem der Bahn berücksichtigt die Pünktlichkeit des Fernverkehrs als ein Kriterium für Bonuszahlungen an die Vorstandsmitglieder. Die zwischen den Vorstandsmitgliedern und dem Aufsichtsrat vereinbarten Pünktlichkeitsziele sind jedoch wenig ambitioniert. Sie sind nicht geeignet, die Pünktlichkeit entscheidend zu verbessern. Das Bundesverkehrsministerium sowie die vom Bund entsandten Aufsichtsratsmitglieder nehmen dies hin.

Der Aufsichtsrat muss Druck für mehr Pünktlichkeit machen

Das Bundesverkehrsministerium hat eingeräumt, dass die Pünktlichkeit des Fernverkehrs aktuell nicht zufriedenstellend sei. Ursachen für die Unpünktlichkeit der Fernverkehrszüge seien Bauvorhaben, Wetterextreme und Streiks. Zudem sei der Aufsichtsrat primär eine Kontrollinstanz, die nicht in das operative Geschäft des Unternehmens eingreifen dürfe. Dazu ist zu sagen, dass der Aufsichtsrat bei schwerwiegenden Fehlentwicklungen sehr wohl tätig werden kann. Es bleibt dabei: Wenn sich etwas ändern soll, muss das Verkehrsministerium dafür sorgen, dass die Bundesvertreter im Aufsichtsrat der Bahn sich für ambitionierte Zielvereinbarungen mit dem Vorstand einsetzen, um Druck auf mehr Pünktlichkeit zu machen. Man kann sehr gespannt sein, liebe Leserinnen und Leser, ob die umweltpolitisch so ehrgeizige Ampel-Regierung hier tatsächlich neue Saiten aufziehen wird, sagt wenig optimistisch


Ihr

Gotthilf Steuerzahler