Der aktuelle Marktkommentar von Claus Vogt

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Sie wollen Woche für Woche wissen, was an den Märkten wirklich vor sich geht und hinter die Kulissen schauen? Claus Vogt nimmt kein Blatt vor den Mund und scheut sich nicht, auch unangenehme Wahrheiten auszusprechen. Er selbst versteht sich als radikal liberal denkender Mensch und hat die Entwicklungen der vergangenen Jahre - wie das Platzen der Aktien- und Immobilienblase, die Euro- und Staatsschuldenkrise sowie die maßlos inflationäre Antwort der Zentralbankbürokraten - schon lange vorhergesehen.

Gold, Zinsen und ein neuer Fed-Präsident

Liebe Leser,

am 22. Mai 2026 hat Kevin Warsh sein neues Amt als Präsident der US-Zentralbank Fed angetreten. Die Fed ist die mit Abstand wichtigste Notenbank der Welt. Ihre geldpolitischen Entscheidungen beeinflussen weltweit die Finanzmärkte, die Geldentwertung – und auch Ihren Wohlstand. Deshalb sollten Sie wissen, was Sie von Warsh erwarten können.

Fed-Präsidenten werden stets vom US-Präsidenten vorgeschlagen, so auch Kevin Warsh. Wie nahezu alles, was Trump tut oder lässt, wurde dieser Vorschlag stark kritisiert, was bei der Besetzung dieses überparteilichen Postens ungewöhnlich ist, zumal es an Warshs Erfahrung und Expertise keine Zweifel gibt.

Kevin Warsh ist ein sehr erfahrener Mann

Von 2006 bis 2011 arbeitete Warsh als Fed-Gouverneur unter Ben Bernanke. Er hat die Immobilienblase und die große Krise von 2007/08 sowie die peinlichen Fehleinschätzungen Bernankes also im Zentrum der geldpolitischen Macht miterlebt. Danach wechselte er zurück in die Privatwirtschaft zu Stanley Druckenmiller, einem der erfolgreichsten Hedgefondsmanager der vergangenen Jahrzehnte.

Im Umfeld dieses genialen Anlegers und Spekulanten hat Warsh sich mit Sicherheit viele Gedanken über Spekulationsblasen, geldpolitisches Krisenmanagement und die Staatsschuldenfalle gemacht, in der sich die USA befinden. Er kennt die extrem prekäre Gemengelage in der Wirtschaft und an den Finanzmärkten sowie die damit einhergehenden geldpolitischen Herausforderungen sehr genau. Darüber hinaus weiß er natürlich, dass Donald Trump sich niedrigere Zinsen wünscht und die Fed schon mehrmals zu Zinssenkungen aufgefordert hat.

Die drei Mandate der Fed

Offiziell hat die Fed ein doppeltes Mandat: Geldwertstabilität und maximale Beschäftigung. Bei ihren Entscheidungen muss sie also stets sowohl die Inflation als auch den Arbeitsmarkt im Auge haben. Darüber hinaus hat sie seit dem Aktiencrash von 1987 ein inoffizielles drittes Mandat übernommen: Auf jede echte oder auch nur eingebildete Krise der Finanzmärkte reagiert sie mit Zinssenkungen oder – seit 2008 – mit Anleihenkäufen. Daran wird sich unter Warsh nichts ändern.

Warsh wird weder die fragile US-Konjunktur noch den Fortbestand der riesigen Spekulationsblasen an den Aktien- und Immobilienmärkten durch Zinserhöhungen gefährden, davon bin ich überzeugt.

Keine Sparmaßnahmen in Sicht

Das gilt umso mehr, da sich die USA und zahlreiche Länder der EU in den vergangenen Jahrzehnten in eine Staatsschuldenfalle manövriert haben. Um aus ihr zu entkommen, müssten knallharte Sparmaßnahmen und ein massiver Rückbau des Sozialstaats durchgeführt werden – oder höhere Inflationsraten für eine schleichende Entschuldung des Staats sorgen.

Vor die Wahl gestellt, die gewaltigen und ökonomisch unsinnigen Subventionen an spezielle Interessengruppen zu streichen oder Milliardentransfers in die Ukraine einzustellen – um nur zwei Beispiele zu nennen – werden Politiker stets die Inflation als den aus ihrer Sicht einfacheren Weg beschreiten. Im Sinne einer unbeabsichtigten Nebenwirkung treiben sie damit die Goldhausse weiter an. Deshalb sehen wir in der aktuellen Korrektur des Goldpreises und der Minenaktien eine exzellente Gelegenheit, sich als Anleger für die Folgen dieser Politik zu positionieren.

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Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.

Herzliche Grüße,

Ihr

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